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Langenchursdorf
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| K-Punkt: | 45 m |
Schanzenrekord: |
48,0 m (04.03.1983) |
| Weitere Schanzen: | K22, K12 |
| Matten: | ja |
| Baujahr: | 1962 |
| Umbauten: | 1974 |
| Genutzt bis: | 1989 |
| Jahr des Abbruchs: | 2023 |
| Status: | abgerissen |
| Verein: | SG / TZ Ski Langenchursdorf |
| Koordinaten: | 50.863091, 12.628776 ✔
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Die erste Sprungschanze im Hellmannsgrund wurde im Jahr 1962 erbaut, parallel zur Gründung der Sektion Skilanglauf/Nordisch beim Sportverein SG Langenchursdorf. Am steilen, bewaldeten Hang entstanden damals die kleinen Schanzen K22 und K12, die vor allem der Ausbildung von Kindern und Jugendlichen dienten. Bald zeigte sich jedoch, dass die Ambitionen der örtlichen Skisportgemeinschaft deutlich höher waren.
Im Jahr 1974 wurde der Komplex um die große Pionierflugschanze im Hellmannsgrund erweitert, und die feierliche Eröffnung der neuen Anlage erfolgte 1975. Die Schanze mit dem K-Punkt 45, ausgestattet mit Mattenbelag, ermöglichte ganzjährigen Trainings- und Wettkampfbetrieb. Zusammen mit den kleineren Schanzen und der dazugehörigen Infrastruktur entwickelte sich Langenchursdorf zu einem bedeutenden Trainingszentrum des nordischen Skisports in der DDR, in dem das Nachwuchsleistungszentrum der Nordischen Kombination der BSG Traktor Langenchursdorf angesiedelt war.
Auf der Pionierflugschanze wurden vor allem regionale und nationale Wettkämpfe mit starker Juniorenbeteiligung ausgetragen – besondere Bedeutung hatten die jährlichen „Töpferpokal“-Wettbewerbe der benachbarten Stadt Waldenburg, die für ihre Keramiktradition bekannt ist. Die Pokale für die besten Springer wurden in den Waldenburger Töpferwerkstätten gefertigt, und viele von ihnen sind bis heute erhalten. In historischen Unterlagen zur Anlage taucht außerdem der Name „Traktorpokal“ auf, der mit der BSG Traktor Langenchursdorf verbunden ist. Neben dem Skispringen wurde auch die asphaltierte Trainingsrunde – die sogenannte Rollerbahn – hinter der Großschanze für Rollskirennen und Lauftraining der Nordisch-Kombinierten genutzt.
Der Schanzenrekord der Pionierflugschanze beträgt 48,0 m, gesprungen am 4. März 1983. In den verfügbaren Quellen wird jedoch der Name des Rekordspringers nicht eindeutig und überprüfbar genannt; er bleibt daher bislang undokumentiert.
Die letzten größeren Wettkämpfe auf der Schanze fanden in den späten 1980er-Jahren statt. Erinnerungen ehemaliger Teilnehmer und lokale Veröffentlichungen weisen darauf hin, dass die Abschlussausgabe des Töpferpokals am 30. Oktober 1988 stattfand und das Jahr 1989 allgemein als das Ende des sportlichen Betriebs der Anlage gilt. Nach den politischen Veränderungen in der (ehemaligen) DDR verfiel die Pionierflugschanze nach und nach, und die Bauwerke wurden vom Wald überwuchert. Über viele Jahre hinweg zogen der Betonturm und der hölzerne Anlauf zahlreiche „Lost-Place“-Interessierte, Touristen und Geocacher an, die den Zustand der ehemaligen Schanze dokumentierten.
Im Juli 2023 wurde der hölzerne Anlauf der Großschanze abgebaut, sodass nur noch der Betonrumpf des Turms und Reste der Infrastruktur im Wald verblieben. Heute gilt der Schanzenkomplex im Hellmannsgrund offiziell als stillgelegt und verfallen, auch wenn vor Ort noch Spuren des Aufsprunghangs, Fundamente und Teile der einstigen Trainingsstrecke für den Skilanglauf zu finden sind.
An die sportliche Geschichte Langenchursdorfs erinnert das Museum Pionierflugschanze Langenchursdorf e.V., das seit 2016 im ehemaligen Schulgebäude in der Schulstraße 17 betrieben wird. Das kleine Museum, das von Danny Neukirch in ehrenamtlicher Arbeit aufgebaut und geleitet wird, beherbergt Pokale (darunter originale Töpferpokale und Traktorpokale), Urkunden, Fotografien und Skiausrüstung aus der aktiven Zeit der Schanze. Die Ausstellung wird mehrmals im Jahr geöffnet – unter anderem an Feiertagen und zum Reformationstag – und ist heute der wichtigste Ort, um die Geschichte der Pionierflugschanze im Hellmannsgrund und die Rolle Langenchursdorfs im Nachwuchstraining der Skispringer und Nordisch-Kombinierten der DDR kennenzulernen.
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Die meisten Bilder die hier zusehen sind entstanden von
DANNY NEUKIRCH
Verfallene Schanzenanlagen im ERZ
Also ich war erst kürzlich selber dort.Die noch vorhandenen Weitenschilder gehen bis 51m.Somit handelt es sich um einer K46 oder K44.Ich muss sagen es ist jamer Schade um dieser Schanzenanlage.