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NORNOR-30Asker

Furubakken

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Furubakken:

K-Punkt: 60 m
Männer Winter Schanzenrekord: 60,0 m (Per Gjelten NOR, 1950)
60,0 m (Gudtorm Helldal NOR, 18.01.1959)
Weitere Schanzen: nein
Matten: nein
Baujahr: 1902
Umbauten: 1909, 1914, 1916, 1923, 1927, 1929, 1938, 1949
Jahr des Abbruchs: 1960
Status: abgerissen
Verein: Asker Skiklubb
Koordinaten: 59.864152, 10.458376 Google Maps OpenStreetMap

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Geschichte:

In Asker, einer 50.000 Einwohnerstadt mit großflächigen Randgemeinden, gibt es schon seit 1889 Skisprung-Aktivitäten auf diversen Schanzen. Zunächst sprang man ab 1890 auf dem Herkli­bakken in Semsvik, 1891 wurde dann der Fjelkenbakken in Skaugum eingeweiht.
1902 folgte dann die Einweihung des Furubakken, in Nähe des Bahnhofs Hvalstad, den die Zuschauer zur Anreise gerne nutzten, und an der heutigen gleichnamigen Straße. Die Schanze wiederum wurde nach einer Kiefer benannt, die am Vorbau stand.
Der Furubakken war zwischen 1902 und 1960 die wichtigste Schanze im Ort und auch für das Frauen-Skispringen von Bedeutung. So sprang eine junge Frau namens Kaja Aas nach 1920 dort immer wieder gegen gleichaltrige Jungen und überbot dabei einmal die 30-Meter-Marke. "Das Bemerkenswerteste an Kaja war nicht ihr Stil und ihre Eleganz, sondern ihr Mut, ihre Kraft und ihre Körperbeherrschung, wenn sie in der Luft war", bemerkte Brita Fossum zum 50-jährigen Bestehen des Skiklubb Asker im Jahr 1939.
Trotz großer Konkurrenz durch regelmäßige Wettkämpfe in Aker, Drammen, Kongsberg, Hønefoss, Modum und natürlich am Holmenkollen erfreute sich das jährliche Askerrennet großer Beliebtheit. Bis in den ersten Weltkrieg hinein nahmen bis zu 215 Athleten an den Veranstaltungen teil, nicht selten vor einem Publikum von bis knapp 1000 Zuschauern - 1920 wurden sogar 2000 Schaulustige gezählt. Dabei galt das größte Interesse dem Kombinationsrennen um den Wanderpokals von Minister Wedel-Jarlsberg (bis 1914 Prinz-Carl-Pokal).
1923 drängte der Vereinsvorsitzende Lassen-Urdahl auf den Bau eines Anlaufturms aus Stein, um wechselndem Frost- und Tauwetter besser gewappnet zu sein. Mit dieser Aufgabe wurde schließlich der Vorstand betraut. Bereits vier Jahre später machten sich etwa 30 Männer an den nächsten Umbau der Schanze: Die Schanze wurde auf der gesamten Breite von Zweigen befreit und planiert. Die Zufahrt über die Schanze wurde geebnet und verbessert. An der Spitze wurde ein ca. 5 Meter hohes Gerüst errichtet, um die Geschwindigkeit zu erhöhen. Dieses wurde in zwei Abschnitten errichtet, sodass es nun drei verschiedene Startpunkte und Geschwindigkeiten gab - eine Frühform von dem, was wir heute als Startluken oder Gates kennen.
1929 wurde ein noch höherer Anlaufturm aus Beton gebaut, während der Aufsprunghang verbreitert wurde. Der Auslauf wurde wiederum verlängert, geglättet und von Büschen und Sträuchern befreit. Diese Korrekturen ermöglichten nun Sprünge jenseits vom 45 Metern. Wiederum fünf Jahre später beantragte Hvalstad AIL bei der Gemeinde Asker eine Genehmigung zum Bau einer weiteren Schanze neben dem Furubakken, welche jedoch abgelehnt wurde, weil sie eine Kontaminierung des Wasserzuflusses befürchtete.
Der Bedeutung des Furubakken tat das jedoch keinen Abbruch: Ab Mitte der 1930er-Jahre war jährlich sogar die Kronprinzenfamilie bei Springen zugegen. Besonders blieb dabei das Askerrennet im Jahr 1938 in Erinnerung, bei dem sogar gleich zwei Mal erstmals die 50-Meter-Marke geknackt wurde. Entsprechend euphorisch las sich der Bericht im Klub-Magazin: "Nicht nur die eigenen Leute waren an diesem Tag stolz auf die Jungs. Man hatte das Gefühl, dass das ganze Dorf stolz auf seine Söhne war." Weil das Jahr für den Asker Skiklubb auch finanziell ein gutes war, wurden Mittel zur weiteren Verbesserung der Schanze eingesetzt: Baumeister Kristian Solheim aus Bærum erhöhte den Anlaufturm auf 12 Meter, der Schanzentisch wurde nach hinten velregt und der Vorbau erhöht. Somit hatte der Furubakken dann einen kritischen Punkt von 52 Metern.
Die 50-Meter-Marke wurde jedoch erst 1940 gebrochen, nachdem die Wettkämpfe in der Zwischenzeit auch unter ungünstigen Wetterbedingungen verlaufen waren. Es war der Beginn einer düsteren Zeit für den norwegischen Sport und damit auch für das Skispringen. Am 22. November 1940 wurden der Norwegische Nationale Sportverband und der Norwegische Arbeitersportverband aufgelöst und ihre Leiter entlassen. Verbände, Kreise und Mannschaften traten in einen Sportstreik, was bedeutete, dass der organisierte Sport und öffentliche Wettkämpfe eingestellt wurden. Dieser Streik dauerte bis zum Ende des Krieges, also bis Mai 1945. Durch verschiedene Erlasse versuchten die Nazis, den Sport über den norwegischen Sportbund zu organisieren, aber der Sportstreik war wirksam. Im Zusammenhang mit der Nazifizierung des Sports wurde der Asker Ski Club in Asker Idrettslag umbenannt. Dabei hatten die neuen Verantwortlichen zunächst einen sehr albernen Vorschlag wie den germanisch klingenden Namen "Askar Idrottslag" abgelehnt. Die englisch klingende Endung "Club" konnte jedoch nicht verwendet werden.
Illegale Zusammenkünfte von Sportlern, so genannte Jøssing-Sportarten, waren in vielen Sportarten weit verbreitet und wurden in diskreten Formen auf dem Lande und im Wald organisiert. Skifahren, Leichtathletik und Orientierungslauf waren Sportarten, die schließlich zu regelmäßigen Wettkämpfen wurden, und in vielen Fällen waren die Teilnehmer auch an der Widerstandsarbeit beteiligt. Insgesamt war die illegale sportliche Betätigung relativ weit verbreitet, fand aber teilweise im Verborgenen und nur unter Eingeweihten statt. Der legale Sport wurde während des Krieges sowohl von den Athleten als auch von der Öffentlichkeit kaum unterstützt und war im Grunde eine eher langweilige Angelegenheit. Die sogenannten norwegischen Meisterschaften hatten ein weitaus geringeres Niveau, und in den Ergebnislisten waren nur wenige der bekannten Sportlernamen aus der Vorkriegszeit zu finden.
Während des Krieges gab es in Norwegen tatsächlich viele illegale Skisprungwettkämpfte, aber keines hatte so schwerwiegende Folgen wie das Rennen in Furubakken am Sonntag, dem 14. Februar 1943. Es war eine große Veranstaltung mit über hundert Teilnehmern und mehreren hundert Zuschauern. Elf Tage später wurden vierzehn Teilnehmer verhaftet und nach Grini gebracht. Auch Menschen, die gar nicht anwesend waren, wurden verhaftet. Die meisten von ihnen kamen relativ schnell wieder frei, aber Birger Ruud, der zuvor von den Nazis mit einem lebenslangen Sportverbot belegt worden war, blieb ein Jahr lang im Gefängnis.
Das erste Askerrennet nach dem Krieg am Sonntag, dem 10. Februar 1946, war ein großes Springen, das als eine Art Wiedergutmachung für die Teilnehmer des Jahres 1943 organisiert wurde. Sie sollten vorrangig behandelt werden, da sich so viele Menschen für das Rennen angemeldet hatten, dass die Teilnehmerzahl auf 250 begrenzt werden musste. Bei diesem wurde auch Ralph Tambs gedacht, der am 23. April 1944 von den Nazis im Konzentrationslager Natzweiler ermordet wurde. Dessen Eltern stifteten zu seinen Ehren den Siegerpokal.
Im Sommer und Herbst 1949 wurde die Schanze auf ihre endgültige Größe mit einem K-Punkt von 60 Metern vergrößert. Das Profil entstammt der Feder von Per Fossum, die Arbeiten wurden mit Hilfe von zwei Bulldozern durchgeführt. Es war ein guter Zeitpunkt, um die Schanze für das 60-jährige Bestehen des Asker Skiclubs fertig zu stellen, denn gleichzeitig wurde beschlossen, dass Asker und Bærum die norwegischen Skimeisterschaften ausrichten würden, wenn auch nicht wie ursprünglich geplant 1949, sondern im darauffolgenden Jahr, und Furubakken sollte der Schauplatz für den Sprunglauf in der Nordischen Kombination sein. Diesem wohnten dann zwischen 3.000 und 4.000 Zuschauer bei, was für Asker ein ewiger Rekord sein sollte - ebenso wie die 60 Meter von Per Gjelten als Schanzenrekord stehen bleiben sollten.
Nach drei Jahren ohne offiziellen Wettkampf fand 1954 wieder ein Springen statt, jedoch mit deutlich weniger Springer- und Zuschauerzuspruch zuvor. Im Sommer desselben Jahres und Herbst nahmen die Mitglieder einige Verschönerungsarbeiten an der Schanze vor. Das Springen 1955 konnte wegen Schneemangels jedoch nicht stattfinden. 1956 trafen sich dann wieder 90 Teilnehmer und sprangen um den Tambs-Pokal. Per Thyness aus Asker, der das letzte Springen bis dato gewonnen hatte, kam dem Schanzenrekord mit 58 Metern noch am nächsten und gewann folgerichtig den Pokal.
1956 erhielt der Verein ein sehr schönes Geschenk von einem der engsten Nachbarn von Furubakken, dem Landwirt Sigurd Solstad. Es war ein Sparbuch von NOK. 2.000,-. Für diesen Betrag sollte in den kommenden Jahren ein Preis gekauft werden, der an den besten Springer im jährlichen Furubakkrenn gehen sollte. Der Läufer musste ein Junior (unter 20 Jahren) sein und aus Askerbygda stammen.
1957 wurde das Rennen erneut wegen Schneemangels abgesagt, aber am Sonntag, dem 12. Januar 1958, war es wieder bereit für ein großes Trainingsrennen (als Ersatz für das Bezirksrennen). Jedoch spielten erneut die Schneebedingungen nicht mit. Aufgeben wollten die Klubmitglieder jedoch nicht: Der Boden wurde gepflügt, die Ebene gewalzt und geschleppt, und das Wasser wurde mit Hilfe der Feuerwehr und eines hervorragenden Nachbarn, Skedsmo, um ca. 4000 Liter abgelassen. Er sorgte sogar dafür, dass erwärmtes Wasser zur Bewässerung des Bodens zur Verfügung stand. Die Bedingungen während des Rennens waren dennoch sehr schwierig. Erstens war der Aufsprunghang unglaublich rutschig und uneben, und zweitens schneite es in beiden Durchgängen stark. Insgesamt war es ein sehr uneinheitliches Rennen mit ein paar Lichtblicken. Der größte war Thorbjørn Yggeseth, der klar gewann und mit 56,5 Metern den weitesten Sprung des Wettkampfs stand, was bei den Bedingungen eine Leistung war. Es gab keine Preise, kein Programm und keine Eintrittsgelder, und auch fast keine Zuschauer. Aber ein Großteil der Springer war da, und das war wohl die Hauptsache. Für den Asker Skiklubb war dieser Wettkampf dennoch beste Werbung, denn damals gab es in Ostnorwegen keine andere 60-Meter-Schanze, die man benutzen konnte.
1959 konnte das Wettkampfprogramm, passend zum 70. Geburtstag des Klubs, wie geplant durchgezogen werden. Trotz des einladenden Wetters waren nur etwa 600 Zuschauer gekommen, so dass das Rennen leider keine erfolgreiche finanzielle Operation für das Jubiläum war. Ein Grund dafür mag das konkurrierende Rennen in Nittedal gewesen sein, bei dem auch die Meisterschaften von Oslo und Akers für die jüngsten Klassen ausgetragen wurden. Auf jeden Fall war Kronprinz Harald während des Rennens anwesend, was auch das Letzte sein sollte. Selbiges galt für die 60 Meter von Gudtorm Helldal, die der letzte Schanzenrekord sein sollte.
Sowohl das Schanzengerüst als auch der Kampfrichterturm des Furubakken wurden im Spätsommer 1960 abgerissen. Beide waren durch die Witterungseinflüsse morsch und ziemlich wackelig geworden; das Schanzengerüst mehr als 20 Jahre lang, der Kampfrichterturm noch länger. Ein weiterer wichtiger Grund war, dass sich am 6. März desselben Jahres auf den Bekkelagsbakkene ein schlimmer Unfall ereignete. Das Gerüst der mittleren Schanzen stürzte ein und 13 Jungen wurden verletzt, einige davon schwer. Der Unfall führte dazu, dass eine Reihe von Sprunggerüsten und -türmen gründlich überprüft wurden und der Furubakken deshalb gesprengt wurde. 1961 erhielt Holmen Idrettsforening eine Bürgschaft der Gemeinde für ein Darlehen der Bergen Privatbank in Höhe von 15.000 NOK zum Wiederaufbau des Holmenbakken, was das endgültige Aus für den Furubakken bedeutete.

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