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Bad Tölz
.
| K-Punkt: | 50 m |
Schanzenrekord: |
56,0 m (1949) |
| Baujahr: | ca. 1940 |
| Weitere Schanzen: | nein |
| Matten: | nein |
| Jahr des Abbruchs: | 1964 |
| Status: | abgerissen |
| Verein: | Skiclub Bad Tölz e.V. |
| Koordinaten: | 47.752250, 11.553111 ✔
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Die Skisprungschanze in Bad Tölz, bekannt als Isarwinkler Schanze, befand sich am Hang des Studentenbühels (Wackersberger Leite), der über der Stadt und dem Isartal liegt. Sie entstand in der zweiten Hälfte der 1940er-Jahre, als der Skiclub Bad Tölz – gegründet 1923 und seit jeher der lokalen Skisprungtradition verbunden – beschloss, eine größere und modernere Schanze zu errichten, die die früheren kleinen Naturschanzen im Gebiet von Sauersberg und Boxleiten ersetzen sollte. Der Bau war ein wichtiges Gemeinschaftsprojekt, das von Vereinsmitgliedern wie Toni Fichtner und Hans Gotz geleitet wurde; erhebliche logistische Unterstützung kam zudem von den in Bad Tölz stationierten amerikanischen Truppen.
Die feierliche Eröffnung fand am 6. Februar 1949 statt und zog rund fünftausend Zuschauer an, was die große Bedeutung dieser Sportart für die lokale Gemeinschaft unterstreicht. Während des Eröffnungswettbewerbs wurden Sprünge von bis zu 56 Metern erreicht – eine Weite, an die man sich noch lange als eine der größten auf dieser Schanze erinnerte, auch wenn keine offiziellen Angaben über den Schanzenrekord oder dessen Inhaber überliefert sind. In den folgenden Jahren wurden regelmäßig Vereins- und Regionalwettbewerbe ausgetragen, die einen wichtigen Bestandteil des sportlichen Lebens in Bad Tölz bildeten. Hier wurden viele Generationen junger Springer des Vereins ausgebildet, und frühere Traditionen wurden von Sportlern wie Franz Mächler fortgeführt – einem Skispringer mit internationaler Erfahrung aus den 1930er-Jahren, der zu den prägenden Figuren des Tölzer Skispringens zählt.
Die Blütezeit der Isarwinkler Schanze dauerte bis Anfang der 1960er-Jahre. Die Weiterentwicklung des Sports, steigende Sicherheitsanforderungen sowie die fehlenden Möglichkeiten zur Erweiterung der Anlage auf dem begrenzten Gelände des Studentenbühels führten 1964 zur Entscheidung, den Betrieb einzustellen. Im selben Jahr wurde die Schanze abgebaut, und das Gelände kehrte nach und nach in seinen natürlichen Zustand zurück. Heute ist der Ort nahezu vollständig von Wald überwachsen.
Trotz des langen Zeitraums seit dem Abbau blieb die Erinnerung an die Skisprungschanze von Bad Tölz erhalten. Im Jahr 2019 wurde sie durch die Ausstellung „Verfallene Sprungschanzen im Oberland“, die vom Förster und regionalen Sporthistoriker Franz Mettal gestaltet wurde, erneut ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Präsentiert wurden Fotografien und Dokumente zu den einstigen Schanzen der Region, darunter auch die Isarwinkler Schanze, die über viele Jahre ein wichtiges Symbol des sportlichen Lebens in Bad Tölz und ein Zeugnis der nachkriegszeitlichen Begeisterung für Wintersport im bayerischen Oberland war.
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