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Aix-les-Bains
.
| K-Punkt: | 40 m |
Weitester Sprung: |
50,0 m (Pancho Picabia , 1931) |
| Weitere Schanzen: | K15 |
| Matten: | nein |
| Baujahr: | 1925 |
| Umbauten: | 1932, 1950 |
| Status: | abgerissen |
| Verein: | CAF Aix-les-Bains |
| Koordinaten: | 45.683446, 5.989294 ✔
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Die Sprungschanze Col des Ébats war die wichtigste und größte Skisprunganlage im Gebiet des Mont Revard oberhalb von Aix-les-Bains, einem der ältesten Wintersportorte Frankreichs. Sie lag am nordöstlichen Hang des Massivs und nutzte eine natürlich lange und gleichmäßige Neigung in Richtung des Lac du Bourget. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts gehörte sie zu den bedeutendsten Stätten des französischen Skisports, und ihre Geschichte spiegelt die Entwicklung des Skispringens in Frankreich wider.
Die früheste gesicherte Erwähnung der Schanze in Col des Ébats stammt aus Werbematerialien der PLM-Eisenbahn, die die Winter-Sportwoche im Februar 1921 ankündigten. Im Programm dieser Veranstaltung wurde ausdrücklich ein Springen auf dem „tremplin du Col des Ébats“ genannt, was beweist, dass die Anlage bereits Anfang der 1920er-Jahre in Betrieb war. Zuvor diente die kleinere Schanze La Gaillarde, höher gelegen in der Nähe der Hotelgebäude am Revard-Gipfel, als Sprungstätte, doch im Laufe der Zeit übernahm Col des Ébats die Rolle der anspruchsvolleren Hauptschanze des Ortes.
Im Februar 1925 war Mont Revard Gastgeber des 14. Internationalen Skifestes, das vom Club Alpin Français organisiert wurde. Aus diesem Anlass entstand in Col des Ébats eine neue, wesentlich vergrößerte Konstruktion — der sogenannte „grand tremplin“. Diese Modernisierung, vorbereitet für eine bedeutende internationale Veranstaltung, entspricht dem Jahr, das heute zumeist als Bauzeitpunkt der Schanze genannt wird. Die Anlage besaß einen geschätzten K-Punkt von etwa 40 Metern und war damit in den 1920er-Jahren eine der größten Schanzen Frankreichs. Zwei Jahre später, 1927, errichtete man am Fuß ihres Aufsprunghangs eine kleine Übungsschanze für Anfänger.
Die 1920er und 1930er Jahre stellten die Phase der größten sportlichen Aktivität auf den Revard-Schanzen dar. Hier fanden Vereinswettbewerbe, regionale Veranstaltungen, eindrucksvolle Vorführungen norwegischer Lehrer und besondere Ereignisse wie der „Norwegentag“ im Jahr 1929 statt, bei dem die Schanze mit norwegischen und französischen Flaggen geschmückt wurde und das Publikum für die damalige Zeit weite Sprünge zu sehen bekam. Sowohl norwegische Experten als auch junge französische Sportler und Ausbilder waren am Ausbau der Station beteiligt. Zu den mit der Entwicklung des Skisports am Mont Revard verbundenen Persönlichkeiten gehörten Duran Hansen, Thor Tangwald und Roger Frison-Roche, der spätere bekannte Schriftsteller und einer der ersten diplomierten Skilehrer Frankreichs. In dieser Zeit war der Mont Revard zusammen mit dem Tremplin du Col des Ébats eines der wichtigsten Skisprungzentren des Landes.
Ein bedeutender Abschnitt der Schanzengeschichte fällt in die 1930er-Jahre, als umfangreiche Umbauten durchgeführt wurden. Im Jahr 1932 wurden die Konstruktion verstärkt und der Anlauf modernisiert; zusätzlich entstand ein langer Aufstieg mit rund zweihundert Stufen bis zum Schanzenturm. Die Anlage wurde intensiv von lokalen Vereinen wie auch von Gästen genutzt.
Untrennbar mit dieser Epoche verbunden ist Pancho Picabia, der Sohn des berühmten Künstlers Francis Picabia, der in den 1930er-Jahren ein aktiver Sportler und Skispringer am Mont Revard war. Ein Originaldruck aus dem Jahr 1931 mit dem Titel „Impressions de Picabia, sauteur à skis Mont-Revard – saut tremplin“, der ihn während eines Sprungs auf der örtlichen Schanze zeigt, ist erhalten geblieben. Er zählt zu den aussagekräftigsten bildlichen Zeugnissen der Sprungaktivität am Revard und bestätigt eindeutig Picabias Teilnahme an Wettkämpfen auf dieser Anlage. In der Fachliteratur wird ihm traditionell der Schanzenrekord von Col des Ébats zugeschrieben, der 1931 bei 50 Metern gelegen haben soll.
Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ das Interesse am Skispringen auf dem Mont Revard allmählich nach. In den 1950er-Jahren soll die Schanze noch einmal genutzt worden sein, doch mit dem schnellen Aufstieg des alpinen Skilaufs verlor sie rasch an Bedeutung. Der Hang von Col des Ébats wurde zunehmend von alpiner Infrastruktur eingenommen — zunächst durch einen Schlepplift, später durch weitere Anlagen des Skigebiets Savoie Grand Revard. Die hölzerne Konstruktion der Schanze wurde schließlich abgetragen, und ihre Spuren verschwanden aus der Landschaft.
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