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Daten | Geschichte | Karte | Foto-Galerie | Kommentare

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Žižkov:

K-Punkt: ca. 15 m
Weitere Schanzen: nein
Matten: nein
Baujahr: 1929
Status: abgerissen
Verein: LZK Praha
Koordinaten: 50.088320, 14.455372 Google Maps OpenStreetMap

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Geschichte:

Die Sprungschanze in Žižkov entstand 1929 am Nordhang des Prager Stadtteils Žižkov, im Bereich des heutigen Fernsehturms. Es handelte sich um eine kleine Anlage mit einem K-Punkt von etwa 20 Metern, die auf Initiative des Lyžařský závodní klub Praha (LZK Praha) errichtet wurde. Der Anlauf begann am Rand des Sokol-Übungsplatzes auf dem Vítkov-Hügel, und der Aufsprunghang führte auf eine Terrasse über der Nordbahn-Linie, die am Fuße des Hügels verläuft.
Im selben Winter organisierte der Verein LZK Praha in der Hauptstadt einen Schauwettbewerb in klassischen nordischen Skidisziplinen. Die Langlaufrennen fanden auf dem sommerlichen Sokol-Übungsplatz in Mrázovka statt, während das Skispringen auf der neuen Schanze in Žižkov ausgetragen wurde. Im Februar 1929 wurden dort zwei Wettkämpfe veranstaltet: am 10. Februar und — aufgrund des großen Zuschauerinteresses — erneut am 24. Februar. Insgesamt gingen 29 Springer aus drei Vereinen an den Start.
Die Bedeutung des Prager Wettkampfs zeigt sich darin, dass der Verein den norwegischen Skispringer Sigmund Ruud, frischgebackener Weltmeister von Zakopane, als Trainer und Berater für die Organisation verpflichtete. Die starke Stellung des LZK Praha unter der Leitung von Dr. Južík Scheiner — damals zugleich Vorsitzender des tschechischen Skiverbandes und Vorsteher der Tschechischen Sokol-Gemeinschaft — erleichterte das Vorhaben erheblich. Dadurch gelang es, mitten im Prager Stadtzentrum einen für urbane Bedingungen beeindruckenden nordischen Skiwettbewerb auszurichten, der zahlreiche Zuschauer anzog.
Unter den Teilnehmern befand sich auch der bekannte und vielseitige Sportler Emerich Rath, der trotz seiner 46 Jahre weiterhin im Skispringen antrat. Laut Berichten riet ihm Ruud, seine Beine beim Anlauf mit einem Gummiband über den Knöcheln zusammenzubinden, doch das Band riss im Moment des Absprungs. Auf dem kurzen Aufsprunghang, der über die Eisenbahngleise führte, hätte dies sehr gefährlich enden können — ein treffendes Beispiel sowohl für die Eigenheiten der kleinen Prager Anlage als auch für die pionierhafte Atmosphäre des Skispringens jener Zeit.
Die Schanze von Žižkov war eine von mehreren ungewöhnlichen Sprunganlagen, die in der Zwischenkriegszeit außerhalb der Gebirgsregionen entstanden. Tschechische historische Darstellungen erwähnen sie neben der Schanze in Senohraby. In den späteren Jahren tauchte sie jedoch nicht mehr in den Verzeichnissen aktiver Sprungschanzen auf und gilt heute als zerstört. Das Gelände, auf dem sie stand, wurde durch den Ausbau der Eisenbahn- und Stadtinfrastruktur stark verändert.

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