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22.01.2012
Davos
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| K-Punkt: | 74 m |
| Rekord: | 81,5 m (Sigmund Ruud , 24.02.1931) |
| Gesamthöhe: | 122 m |
| Anlaufneigung: | 36° |
| Aufsprungneigung: | 34° |
| Baujahr: | 1908 |
| Umbauten: | 1929 |
| Weitere Schanzen: | nein |
| Status: | abgerissen |
| Matten: | nein |
| Verein: | Ski Club Davos |
Bereits im Winter 1901/02 führten die britischen Brüder Edward und William Richardson den Skisport in Davos ein und begeisterten vor allem das junge Publikum. Ein Jahr später wurde sogar der "Davos English Ski Club" gegründet.
Am Vormittag des 28. Februar 1909 verfolgten 1200 Zuschauer das offizielle Einweihungsspringen auf der ersten Sprungschanze des Ski Clubs Davos. Es siegten die Gäste aus Norwegen mit Harald Smith (45 m Bestweite), vor seinem Bruder Trygve Smith, der bei 48 m gestürzt war und Trygve Myklegaard. Am Nachmittag waren die Sprungweiten in Folge des Wetterumschwunges kürzer. So wurden Einzelsprünge über 40 m nicht mehr erreicht und die Doppelsprünge lagen bei 36 Metern. In der Zeit des 1. Weltkrieges ruhte der Wettkampfsport, aber schon 1919 sprang Thorleif Knudseen (NOR) mit 48 m einen neuen Schanzenrekord, der damals zu den weitesten Sprüngen in der Welt zählte.
Als 1929 die Akademischen Welt-Winterspiele in Davos durchgeführt wurden, drängte sich eine Erneuerung der Schanze auf. Danach planten die Schanzenarchitekten Grünenfelder und Straumann einen Neubau, der am 24. Februar 1931 eine Sternstunde des Skispringens erlebte. In einem internationalen Wettkampf siegte der Schweizer Fritz Kaufmann vor den Norwegern Sigmund Ruud und Jakob Kjelland mit Weiten zwischen 60 und 66 Metern. Außer Konkurrenz ging es dann auf Rekordjagd, wobei Sigmund Ruud 81 Meter sprang! Damit entriss er seinem jüngeren Bruder Birger den bis dahin mit 76 m gehaltenen Weltrekord.
Durch das moderne Profil erregte die Bolgenschanze in jenen Jahren weltweites Aufsehen und wurde von der internationalen Springergarde sehr geschätzt, folglich galt Davos als Schweizer Springerhochburg.
In den 50er Jahren scheiterte leider mehrfach der Versuch eine Schanzentournee mit St. Moritz und Arosa auf die Beine zustellen. Als 1964 die grundlegende Erneuerung der Schanze aus Kostengründen vom Ski Club nicht realisiert werden konnte und auch der Kurverein für den Betrieb und Unterhalt keine Unterstützung mehr gab, hatte für die traditionsreichste Schanze Mitteleuropas die letzte Stunde geschlagen. Heute wird der Hang für den Alpinsport genutzt.
Quelle: aus „Bewegte Geschichte der Bolgenschanze“, Ski Club Davos
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