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Bolgenschanze:

K-Punkt: 74 m
Rekord: 81,5 m (Sigmund Ruud NOR, 24.02.1931)
Gesamthöhe: 122 m
Anlaufneigung: 36°
Aufsprungneigung: 34°
Baujahr: 1908
Umbauten: 1929
Weitere Schanzen: nein
Status: abgerissen
Matten: nein
Verein: Ski Club Davos

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Geschichte:

Bereits im Winter 1901/02 führten die britischen Brüder Edward und William Richardson den Skisport in Davos ein und begeisterten vor allem das junge Publikum. Ein Jahr später wurde sogar der "Davos English Ski Club" gegründet.
Am Vormittag des 28. Februar 1909 verfolgten 1200 Zuschauer das offizielle Ein­weihungsspringen auf der ersten Sprungschanze des Ski Clubs Davos. Es siegten die Gäste aus Norwegen mit Harald Smith (45 m Bestweite), vor seinem Bruder Trygve Smith, der bei 48 m gestürzt war und Trygve Mykle­gaard. Am Nachmittag waren die Sprungweiten in Folge des Wetter­um­schwung­es kürzer. So wurden Einzelsprünge über 40 m nicht mehr erreicht und die Dop­pel­sprünge lagen bei 36 Metern. In der Zeit des 1. Weltkrieges ruhte der Wett­kampf­sport, aber schon 1919 sprang Thorleif Knudseen (NOR) mit 48 m einen neuen Schanzenrekord, der damals zu den weitesten Sprüngen in der Welt zählte.
Als 1929 die Akademischen Welt-Winterspiele in Davos durchgeführt wurden, drängte sich eine Erneuerung der Schanze auf. Danach planten die Schanzen­ar­chi­tekten Grünenfelder und Straumann einen Neubau, der am 24. Februar 1931 eine Sternstunde des Skispringens erlebte. In einem internationalen Wett­kampf siegte der Schweizer Fritz Kaufmann vor den Norwegern Sigmund Ruud und Jakob Kjelland mit Weiten zwischen 60 und 66 Metern. Außer Konkurrenz ging es dann auf Rekordjagd, wobei Sigmund Ruud 81 Meter sprang! Damit entriss er seinem jüngeren Bruder Birger den bis dahin mit 76 m gehaltenen Weltrekord.
Durch das moderne Profil erregte die Bolgenschanze in jenen Jahren welt­weites Aufsehen und wurde von der internationalen Springergarde sehr geschätzt, folglich galt Davos als Schweizer Springerhochburg.
In den 50er Jahren scheiterte leider mehrfach der Versuch eine Schanzen­tournee mit St. Moritz und Arosa auf die Beine zustellen. Als 1964 die grund­legende Erneuerung der Schanze aus Kostengründen vom Ski Club nicht realisiert werden konnte und auch der Kurverein für den Betrieb und Unterhalt keine Unterstützung mehr gab, hatte für die traditionsreichste Schanze Mitteleuropas die letzte Stunde geschlagen. Heute wird der Hang für den Alpinsport genutzt.

Quelle: aus „Bewegte Geschichte der Bolgenschanze“, Ski Club Davos

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