Annaberg-Buchholz

 

Oben:  Aktuelles Foto der Schanze

Unten: Ein Springen 1926

Pöhlbergschanze um 1920

Pöhlbergschanze:

K-Punkt:                             40 m

Rekord:                              41,5 m (Birger Ruud, 1933)

Baujahr:                              1920

Weitere Schanzen:               nein

Matten:                               nein

Verein:                                SC Norweger 1896 Annaberg

 

Geschichte:

In den Aufzeichnungen des “Annaberger Tageblatt” heißt es, dass am 7. Februar 1909 der erste Sprunghügel am Pöhl­berg neben den Butterfässern vom Skiclub Norweger 1896 errichtet worden ist. Dieser Skiclub ist übrigens der älteste Skiverein Sachsens und er vollzog mit weiteren sieben Vereinen 1907 die Gründung des Skiverbandes Sachsen.

Nach dem ersten Weltkrieg wurde das Skispringen immer populärer und so wurde an der Auffahrtsstraße des Pöhl­berges (831 m) am Westhang die Sprungschanze in Notstandsarbeit gebaut. 1923 wurden dann erfolgreiche Sach­sen­meisterschaften durchgeführt. Beim Schauspringen 1929 mit mehreren tausend Zuschauern waren in der Startliste 136 Springer eingetragen und die Bestweite lag bei 26 m. Ein Jahr darauf wurde die 30 m-Marke über­sprung­en und beim ersten internationalen Skispringen 1931 erzielte der Sieger mit 38 m Schanzenrekord. Für die Be­zirks­meisterschaften 1936 wurde die Schanze renoviert und es entstand in fachgerechter Zimmermannsarbeit ein 14 Meter hoher Anlaufturm mit dem obersten Startplatz und einer tiefer gelegenen Startluke.

Wie überall ruhte auch am Pöhlberg das Skispringen in der Kriegszeit von 1940 bis ’45. Im schnee­reichen Winter 1946/47 richteten einige Jugendspringer die Schanze mühevoll her und bewachten sie auch nachts, damit sich niemand an der Schanze vergreift. Da es kein Brennholz gab plünderten die Menschen die Wälder und man befürchtete dies auch bei der Pöhlbergschanze. Das erste Vereinsspringen nach dem Krieg gelang, als jedoch die Sportler eine Woche danach erneut zur Schanze eilten war der gesamte Anlaufturm weg!

Anfang der fünfziger Jahre wurde wieder ein kleines Anlaufgerüst gebaut, aber damit konnte man nur bis 30 m weit springen. Der Sprungbetrieb ging bis 1964, danach wurde die Schanze stillgelegt. Skispringen in Annaberg gab es erst wieder ab 1971 als die Pioniermattenschanze am Nordhang des Pöhlbergs gebaut war.

 

 

Die Pöhlbergschanze in Annaberg am 23.02.1930:    Sammlung F.H.

 

 

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