Willingens Weg zum Skisprung-Mekka
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Vor dem Umbau standen
im Strycktal noch zwei Schanzen, K89 und K120. Im April 2000 war der
Holzanlauf der Großschanze schon zusammengestürzt. Im September wurde
kräftig gebaggert und gebaut, die Tribünen wurden gerade aufgebaut, den Anlaufturm
stemmte ein 200-Tonnen-Kran. Anfang November war
bereits der Großteil der Bauarbeiten abgeschlossen, so auch der Adlerhorst,
der gerne als „Ufo vom Strycktal“ bezeichnet wird. Bilder: © Thomas
Persch Artikel ergänzt aus
der Hessischen Allgemeinen vom 25.07.2000 |
Der
Umbau der Mühlenkopfschanze im Jahr 2000:
Kreischende
Teenies, Martin-ich-will-ein-Kind-von-dir-Plakate und gedrückte Menschenmassen
– keine Station des Skisprung-Weltcup ist besser besucht als die
Wochenend-Party in Willingen. Bis zu 100.000 Zuschauer strömen seit 1995 an
Weltcup-Wochenenden an die Mühlenkopfschanze, doch 2001 waren die
Verantwortlichen gezwungen etwas zu ändern, denn das Schanzenzertifikat des
„alten Holzbocks“ (Dieter Thoma) war abgelaufen und wurde von der FIS auch
nicht verlängert.
Nach Ostern 2000 wurden die morschen beiden Schanzen, denn damals gab es auch noch eine K89, abgerissen und für damals zehn Millionen Mark wurde unter Zeitdruck der Neubau der großen Mühlenkopfschanze und der Ausbau des Skistadions vorangetrieben, da für Februar 2001 schon der nächste Weltcup im Hochsauerland geplant war. Der Neubau, bei dem mit dem Adlerhorst und den riesigen Tribünenflächen alles für Springer und Zuschauer getan wurde und zur größten Großschanze der Welt avancierte, war sich der entscheidende Schritt für Willingen auf dem Weg zum deutschen Skisprung-Mekka.
Rund
50.000 Kubikmeter Erdreich, davon 15.000 Kubikmeter Fels, wurden im Strycktal
bewegt, um die neue Großschanze nach den neuesten Richtlinien des
Internationalen Ski-Verbandes auszurichten. Schwere Bagger, Raupen und
Lastwagen waren auch samstags im Einsatz, um die Schanze rechtzeitig fertig
zustellen. Tribünenartige Zuschauerflächen erhöhten die Kapazität der damals
modernsten Sprungschanze auf rund 38.000. Rund 3.300 Meter Versorgungsleitungen
– unter anderem für die Kunstschneeproduktion – mussten verlegt werden, ein
neues Funktionsgebäude entstand.
Architekt
Professor Burkhard Pahl aus Darmstadt, der schon die neue Zentrale des
Deutschen Leichtathletik-Verbandes plante, wollte mit der modernen Stahlkonstruktion
eine Schanze in die anspruchsvolle Landschaft stellen, die von den Skispringern
über eine Kabinenbahn und einen Aufzug zu erreichen ist und deren Glaskuppel
ein Wahrzeichen über Willingen hinaus werden sollte. Die Konstruktion wurde
Ende August in mehreren vorgefertigten Teilen angeliefert und vor Ort
installiert.
Im
November 2000 wurde der Adlerhorst, das „Ufo“, das am Schanzenkopf als
Aufwärmraum für die Springer dient, und die neue Infrastruktur im Auslauf
fertig gestellt, so dass dem ersten Weltcup auf der neuen Mühlekopfschanze am
2. Februar 2001 nichts mehr im Wege stand. Das Teamspringen wurde damals von
den Finnen gewonnen, Adam Małysz wurde mit 142 m erster Schanzenrekordhalter.
Seitdem
pilgert der Skisprung-Zirkus noch viel lieber nach Willingen, das 2005 schon
zum 9. Mal Austragungsort von FIS Weltcup-Springen ist. Damals schafft es
Willingen durch die Neubaumaßnahmen gegen die Konkurrenz im eigenen Land –
Titisee-Neustadt und Oberhof drängten sich auch als Veranstalter auf –
durchzusetzen und um auch in Zukunft mit der HS 142 gegen die neue Schanze in
Klingenthal bestehen zu können, wurde heuer eine Flutlichtanlage installiert.
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