Die Geschichte des
Skifliegens
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Skizze
einer Flughaut, ein Segelmantel von
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Die
Geschichte des Skifliegens – im wahrsten Sinne des Wortes
„Zweifellos ist es ein herrliches, ja
berauschendes Gefühl, solange, weit und hoch in der Luft tief hinunter zu
schweben, wahrlich mehr einem Vogel, denn einen Menschen gleich, sich
gewissermaßen einen außermenschlichen Wesenszug anzueignen und adlergleich
dahinzufliegen.“ Diese Worte stammen von Österreicher Sepp Bradl, der 1936 als
erster Mensch in Planica über 100 Meter gesprungen ist. Im Grunde genommen
begann damit die Ära des Skifliegens.
Doch für regelrechte Flüge gehören richtige
Flügel und diesen Traum hatten zwei seiner Landsleute schon 1929. Zwei Wiener,
der Flugzeugkonstrukteur Hans Bauer und der Ingenieur Josef Krupka – beide auch
begeisterte Skiläufer – entwickelten ein Gerät zum Skifliegen. Es bestand aus
einem am Körper angebrachtes Gurtsystem, wo in Brusthöhe zwei Tragflügel
befestigt waren. Ähnlich wie beim Flugzeug konnte mit den Armen der
Anstellwinkel dieser Tragflächen verändert werden.
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Josef Krupka im Flug und
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Im Frühjahr 1930 fanden in 2700 m Höhe nahe der
Kürsinger Hütte am Großvenediger die ersten Versuche statt und Krupka gelangen
bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h mehrere weite Flüge. Bei Tempo 40 hob er
vom Skihang ab und flog dann in ca. 8 m Höhe bis zu 150 Meter weit! Bei einem
dieser Versuche stürzte er dann durch eine Windbö ab, verletzte sich
glücklicherweise nicht, aber die Sperrholz-Flügel, welche eine Spannweite von
rund 4 Meter hatten, wurden dabei völlig demoliert. Später versuchten sie es
mit einem 8 Meter breiten „Nurflügel“, der sich aber als zu starr erwies.
In den dreißiger Jahren befasste sich der
Münchner Skilehrer und Schanzenkonstrukteur Carl I. Luther auch mit der Theorie
und Praxis des Skispringens. Er definierte übrigens als erster bei der Planung
von Sprungschanzen den „Kritischen Punkt” und als Fachberater des DSV betreute
er Baupläne vieler neuer Großsprung- schanzen in Deutschland. Bei der
Diskussion über weite Skisprünge schlug er 1936 gemäß einer aus Norwegen
stammenden Skizze vor, tragende Kleidungsflächen – eine Art Flughaut – zwischen
den Armen und dem Körper zu benutzen, um eine Flugwirkung zu erzielen.
Der Wiener Prof. Hans Thirring wurde 1937 durch
seine Versuche mit dem nach ihm benannten Segelmantel bekannt. Unabhängig von
diesen Anregungen für das Skifliegen hatte Thirring seinen Mantel ursprünglich
für den Abfahrtslauf geschaffen. Er veröffentlichte ein Buch mit dem Titel „Der
Schwebelauf“, wo er die tragende Wirkung von weiten Kleidungsstücken für die
Abfahrt und das Springen hervorhob. Im selben Zeitraum machte der Kärntner
Skifachmann Dr. Martinak mit einer Segelfläche, die er zwischen den Skistöcken
mit gestreckten Armen ausspannte, ebenfalls recht weite Sprünge.
Größere Weiten bei gleicher
Anlaufgeschwindigkeit, optimale Flugkurven und eine weiche gedämpfte Landung
waren bei jeder dieser Ideen der Grundgedanke. Außer der damaligen Entwicklung
des Schanzenbaus für größere Weiten galten all diese Versuche der
Leistungssteigerung durch den Springer und seinem Material. Historisch und
flugtechnisch gesehen waren es aber wahrscheinlich eher die Vorreiter des
heutigen Paragleitens, wenngleich z.B. die im Schritt besonders weiten Anzüge
der österreichischen Skispringer vor einigen Jahren auch heute noch ähnliche
Aspekte aufgreifen.
Quelle: Buch „Skispringer und ihre Schanzen” von A. H. Peyerl,
Salzburg, 1949
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