Die Geschichte des Frauenskispringens
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Damenspringen mit reger
Beteiligung 1896 und
Ein Springen im Erzgebirge
1911 und Johanna
Weltrekordlerinnen: Eva Ganster und Daniela Iraschko
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Die Geschichte des Frauenskispringens ist so alt
wie das Skifahren der Frauen selbst. Wie bei den Männern ist auch bei den Damen
Norwegen das Ursprungsland des Skisprungs, denn es soll schon 1862 in Trysil erste Sprungversuche einer Norwegerin namens Ingrid Vestby gegeben haben. 1897 wird von der 10 jährigen Ragna Pettersen berichtet, die angeblich 12 Meter auf dem Mesterbakken in Nydalen
gesprungen sein soll. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt Asker, unweit von Oslo gelegen, durch mehrere Damensprungläufe
bekannt.
Im 20. Jahrhundert war es dann auch in anderen
Ländern keine Seltenheit mehr, dass Mädchen auf den Sprunghügeln zu sehen
waren. So bei den britischen Skimeisterschaften 1911 in der Schweiz, als die
Engländerin Hocking sieben Meter weit gesprungen sein
soll. Im selben Jahr sprang aber die adlige Comtesse Paula Lamberg
aus Kitzbühel 22 Meter weit und gilt als Pionierin
des Skispringens der Damen in Mitteleuropa. Erwähnenswert ist auch ein
Sprunglauf in Trondheim, wo auf dem Gråkalbakken im März 1914
angeblich achtundzwanzig Norwegerinnen zum Wettkampf antraten.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Fräulein
Engelbrecht aus München als springende Amazone bekannt und 1927 sprang dann
Olga Balsted Eggen in Norwegen 22 m weit!
Schlagzeilen machten ab 1930 die zwei aus Dokka
(Norwegen) stammenden Mädels Hilda Braskerud und
Johanne Kolstad, die zuvor schon Preise in
Konkurrenzen der männlichen Junioren gewonnen hatten. Beim Jubiläums- springen
1931 auf dem Osloer Midtstubakken starteten sie vor
9000 Zuschauern außer Konkurrenz und wurden danach von Kronprinz Olav und
Kronprinzessin Märtha auf der Tribüne begrüßt. Da der
norwegische Skiverband aber offiziell keine Frauen bei Wettkämpfen zuließ,
sprangen sie zwischen den Durchgängen und erlangten wegen ihrer guten
Sprungweiten einen bemerkenswerten öffentlichen Ruf.
In der Zeit von 1933 bis 1938 nahm Johane Kolstad in Amerika bei Veranstaltungen auf den dort
bekanntesten Schanzen teil und errang dabei in der Presse großen Ruhm. Die
Sensation gelang ihr dann in Berlin (New Hampshire), wo sie mit 72 m
inoffiziell den Damenweltrekord erzielte. In den Jahren bis zum Ausbruch des
Zwei- ten Weltkrieges folgten noch mehrere Norwegerinnen diesem Beispiel und
sprangen in Skihallen in London und New York sowie auf anderen U.S. amerikanischen
Schanzen. Mit 70 m Siegerweite gewann Johanne Kolstad
beim einmaligen Damen- pokal-Sprunglauf 1940 auf dem Midtstubakken in Oslo ihren letzten Wettkampf.
Nach dem 2. Weltkrieg war es die Skispringerin
Anne-Lise Hexberg aus Nittedal, die Mitte der 50er
Jahre in Norwegen als beste Springerin bekannt wurde. Danach stagnierten viele
Jahre die Bemühungen der Damen in dieser Sportart Fuß zu fassen und erst mit
Anita Wold aus Trondheim kam 1972 wieder ein Signal,
als sie in Meldal 80 m und 1976 in Sapporo 97,5 m
weit sprang. 1981 ließ die Finnin Tiina Lehtola aufhorchen, da sie als erste Frau über die 100
m-Marke geflogen war.

Damenspringen in Madison 1956 und die
aktuell beste Springerin Anette Sagen aus Norwegen
Während in Skandinavien die Schar der
Springerinnen noch relativ klein war, zeigte mit Beginn der 90er Jahre Eva Ganster aus Österreich, dass Frauen ebenfalls sehr gut
Skispringen können und machte mit ihren Weiten in der
Skisprungwelt Schlagzeilen. Mit ihren Leistungen verhalf sie dieser Disziplin
zum internationalen Durchbruch. Die FIS genehmigte 1999 den Ladies Grand Prix
vorerst im Sommer, später folgten die Wettbewerbe im Winter und die
Teilnehmerzahlen stiegen jährlich an. Im Rahmen des Trainings beim
Skiflugweltcup in Bad Mitterndorf erreichte am 29.
Januar 2003 Daniela Iraschko als erste Frau die 200
m-Marke.
Mittlerweile gibt es in allen Skinationen seit
2001 jährliche Landesmeisterschaften, sowie den Ladies-Continentalcup
als einen festen Platz im internationalen Sportkalender. Mit Norwegen, den USA,
Österreich und Deutschland haben sich momentan starke Skisprungdamen in der
Weltspitze etabliert, aber viele weitere Länder folgen, fördern das
Damenskispringen und stellen eigene Nationalteams auf. 2009 wird in Liberec erstmals eine Weltmeisterin ermittelt und wenn auch
das Damenskispringen für die Olympischen Spiele 2010 vom IOC abgelehnt worden
ist, ein Aufhalten dieser Sportart ist nicht mehr möglich, denn die
Weiterentwicklung ist im Gange und das Niveau wird weiter steigen.
Weltrekordentwicklung im Damenskispringen:
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1897: 1902: 1910: 1911: 1926: 1931: 1931: 1931: 1932: 1938: 1972: 1974: 1976: 1981: 1989: 1994: 1997: 2003: 2003: |
12,0 m 14,5 m 21,0 m 22,0 m 26,0 m 31,0 m 40,0 m 46,5 m 62,0 m 72,0 m 80,0 m 94,0 m 97,5
m 110,0 m 111,0 m 113,5 m 167,0 m 188,0 m 200,0 m |
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Ragna Pettersen
NOR Hilda Stang NOR Hilda Stang NOR Paula Lamberg AUT Olga Balsted Eggen NOR Johanna Kolstad NOR Johanna Kolstad NOR Johanna Kolstad NOR Johanna Kolstad NOR Johanna Kolstad NOR Anita Wold NOR Anita Wold NOR Anita Wold NOR Tiina Lehtola FIN Merette Kristiansen NOR Eva Ganster AUT Eva Ganster AUT Daniela Iraschko AUT Daniela Iraschko AUT |
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