Audi bricht erneut den Schanzenrekord
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Wie 1986 ging Audi auf der Anlage im finnischen Kaipola in die Spur:
Kaipola, Finnland, 24. Januar 2005, 13.27
Uhr: Der Gesichtsausdruck von Uwe Bleck dürfte kaum anders sein, wenn er sein
Auto zu Hause in die Garage setzt oder beim Bäcker vorfährt. Er sitzt hinter
dem Steuer und wirkt entspannt, unaufgeregt. Dabei hat er seinen Audi A6 4.2
quattro in der Farbe Atlasgrau gerade nach einer regelrechten
"Himmelfahrt" in 47 Meter Höhe über dem Boden und in einem
Steigungswinkel von 37,5 Grad - das sind etwa 80 Prozent - abgestellt. Auf
einer Sprungschanze.
Der Audi Ingenieur hat ein Kunststück
wiederholt, das zuvor allein dem Rallye-Fahrer Harald Demuth 1986 geglückt war.
Für einen fast schon legendären quattro-Werbespot war Demuth damals in einem
roten Audi 100 CS quattro (136 PS) die Skisprung-Schanze Pitkävuori im
finnischen Kaipola hinaufgefahren. Ein Rekord, der bis zur Fahrt des Uwe Bleck
Bestand hatte. Anlässlich des Jubiläums "25 Jahre quattro" hat Audi
nun eine Fortsetzung dieses Spots auf derselben Schanze gedreht. Der
45-Sekunden-Film "Schanze 2005" wird ab dem 5. März im Fernsehen
ausgestrahlt.
In Szene gesetzt hat Kiefer ein Remake des
Schanzenspots, das sich in seiner Dramaturgie natürlich eng an das Original von
1986 anlehnt. Das war auch das Problem des Regisseurs: "Für mich bestand
die Schwierigkeit darin, einen Film zu drehen, dessen Ausgang schon jeder kennt
und dennoch die Spannung aufrecht zu erhalten", so Kiefer. Daher
inszenierte er den Spot als eine Art Duell zwischen der Schanze und dem Audi A6
als Herausforderer.
Um diesen Spot zu realisieren, war das
40-köpfige Produktionsteam im Januar 2005 gut eine Woche lang am Set. Dafür
wurde die Schanze, etwa 300 Kilometer nördlich von Helsinki gelegen, aus ihrem
Dornröschen-Schlaf geweckt. Zuvor hatte es elf Jahre lang keinerlei Aktivität
mehr am Schanzentisch von Pitkävuori gegeben, die Anlage war 1994 stillgelegt
worden. Mit den Reparaturarbeiten war bereits drei Wochen vor dem eigentlichen
Drehtermin begonnen worden. Der Zahn der Zeit hatte doch merklich am Gebälk der
Schanze genagt. So musste beispielsweise die Anlaufspur aus Holz komplett neu
beplankt werden.
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Beim gesamten Projekt galt der Grundsatz:
Safety first. Den Wagen oben an der Schanze in der Steillage zu halten, war die
größte Herausforderung. Denn sobald er dort stoppt, würde er sofort wieder
zurückrutschen. Also musste der A6 oben "festgehalten" werden. Dafür
wurde ein ausgeklügeltes System an der Schanze und unter dem Fahrzeug
installiert. Die sogenannte Rücklaufsicherung war mit drei unabhängigen
Systemen ausgestattet. Sie befand sich auf einer Stahl-Grundplatte und wog rund
65 Kilogramm. Dieser "Schlitten" war am Fahrzeugboden des 335 PS
starken Audi A6 (1,9 Tonnen Gewicht) installiert und verhinderte lediglich das
Zurückrutschen des Wagens, ziehen konnte er ihn nicht.
Ansonsten kam für die Fahrten auf der Schanze
eine ganz normale Serienversion des Audi A6 4.2 quattro mit 6-stufiger
tiptronic zum Einsatz. Zwei kleine Ausnahmen: Das Automatikgetriebe wurde im
ersten Gang gehalten, da der geringe Leistungsverlust beim Gangwechsel bei
dieser Steigung eine Auffahrt unmöglich gemacht hätte, sowie die sechs
Millimeter langen Spikes an den Reifen. Eine Bereifung, die im Rallye-Sport aufgezogen
wird.
Damit startete Bleck eine atemberaubende
Fahrt in den Himmel. Im ersten Gang bei 4.200 Umdrehungen pro Minute und mit
etwa 60 Stundenkilometern stürmte der A6 die Schanze hinauf, die 80-prozentige
Steigung nahm er mit unglaublicher Souveränität. Später sagte Bleck: "Ich
hätte selbst an der steilsten Stelle noch beschleunigen können." Nach neun
Sekunden war Bleck an der Startluke in 47 Metern Höhe angekommen. Insgesamt
fuhr Bleck den A6 elf Mal komplett die Schanze hinauf.
Im Skisprungschanzen-Archiv ist die Schanze
zu finden unter Jämsä!
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