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Nach langer Bauzeit: Neuer Mega-Komplex in Shchuchinsk eröffnet

am 13.07.2018

Es war eines der größten und aufwendigsten Projekte in der Skisprunggeschichte und nun war es nach sage und schreibe neun Jahren Bauzeit am Mittwoch endlich soweit: Die neue Schanzenanlage in Shchuchinsk wurde vom Staatspräsidenten Nursultan Nasarbajev höchstpersönlich feierlich eröffnet. Skisprungschanzen.com hat alle Infos zum neuen, hochmodernen Mega-Komplex Kasachstans.

Für die kleine Wintersportnation Kasachstan war die Eröffnung der Burabay Ski Jumps allemal ein historisches Ereignis – ähnlich wie seinerzeit die Eröffnung des Schanzenzentrums von Almaty (etwa 1500 Kilometer südöstlich gelegen). Kein Wunder also, dass es sich Staatschef Nursultan Nasarbajev nicht nehmen ließ, die neue Groß- und Normalschanze selbst zu eröffnen. Doch auch die Gästeliste von Springern war durchaus prominent besetzt. So gaben sich beispielsweise Sloweniens Flug-Spezialist Jurij Tepeš und sein Landsmann Cene Prevc (der mittlere der drei Brüder) neben Athletinnen und Athleten der kasachischen Skisprung- und Kombinations-Teams die Ehre.

Tepeš sorgt für Spektakel – Die Anlage selbst tut es auch

Die Rede des Präsidenten war kaum gehalten, da brachte Tepeš schon den ersten Kracher: Während die eifrigen Bauarbeiter, die während der letzten beiden Wochen vor der Eröffnung fast pausenlos Tag und Nacht endlich einmal durchatmen konnten, segelte der zweifache Weltcupsieger auf unfassbare 154 Meter, musste bei der Landung jedoch ein wenig rodeln. Doch bis dahin war es für das 38 Milliarden Tenge (ca. 9,5 Millionen Euro) teure Projekt ein weiter Weg.

Bereits 2006 wurden erste Pläne für einen Schanzenkomplex in der Region, rund 250 Kilometer nördlich der Hauptstadt Astana, geschmiedet. Die Stadt Shchuchinsk selbst ist mit rund 50.000 Einwohnern recht klein, jedoch innerhalb Kasachstans ein beliebtes Ausflugsziel, insbesondere in den Wintermonaten und auch der Geburtsort einiger Biathleten und Skilangläufer.

Die Groß- und Normalschanze gehören, wie auch ein neu erbautes Hotel und eine bereits vorher existierende Biathlonanlage nun zum Olympic Ski Center, welches nun das nationale Trainingszentrum für die kasachischen Athleten in den Nordischen Skisportarten (Skispringen, Skilanglauf und Nordische Kombination) und Biathlon werden soll. Inwieweit dieses Vorhaben umgesetzt wird, darf angesichts der derzeit fehlenden kleineren Schanzen (laut kasachischen Medien sollen diese noch gebaut werden) und den großen Distanzen zu Almaty und auch Ridder, wo viele kasachische Skispringer und Kombinierer ihre Wurzeln haben, bezweifelt werden.

Lange Planungsphase, noch längere Bauzeit für eine Weltneuheit

Erst drei Jahre nach Beginn der Planungen, also 2009, wurde mit den Arbeiten zum Bau der außergewöhnlichen Anlage begonnen. Das hatte auch damit zu tun, dass Architekten und Bauherren lange überlegten, wie genau beim Bau verfahren werden sollte, wie das Architektenbüro auf seiner Internetseite erklärte (siehe unter Links). Schlussendlich entscheid man sich für einen sanften Eingriff in die Natur, indem ein künstlicher Krater ausgehoben wurde und nicht, wie bei einigen anderen Neubauten, ein künstlicher Hang aufgeschüttet wurde. Dieser Kniff ermöglichte ein ganzheitliches Konzept, sodass die Schanzen an sich mit allen weiteren Bestandteilen des Komplexes, wie der Juryturm, der Lift, Funktionsgebäude und auch die Zuschauertribünen ineinander übergehen.

Und nicht nur das: Die Schanzenanlage besteht zwar aus zwei Aufsprunghängen und Anlaufspuren, jedoch nur aus einem einzigen, 79,4 Meter hohen, Turm, was eine Weltneuheit darstellt. Zudem wurde bei der Wahl des Standortes die Hauptwindrichtung im Tagesverlauf mit einbezogen, sodass dort überwiegend Aufwind vorherrschen wird. Ein Umstand, der sich schon bei Tepeš‘ Sprung bemerkbar und bezahlt gemacht hat. Allerdings bleibt abzuwarten, wie es sich generell mit den Windgeschwindigkeiten verhält; Denn schon zu Beginn der Bauphase beurteilte der Kasachische Cheftrainer Kairat Beekenov diese seinerzeit als kritisch.

Nicht ganz so neu wie die Idee zur Konstruktion und die Ausgestaltung des Anlaufturms, aber immer noch besonders sind hingegen die Tribünen, die, wie beispielsweise am Holmenkollen in Oslo, parabelartig nach außen gehen und ebenfalls in die Konstruktion eingefasst sind. Ähnlich wie am Innsbrucker Bergisel hat man also einen Hexenkessel konzipiert, der rund 15.000 Zuschauer fasst. Die Architektur der Anlage lässt jedoch weitere knapp 7.000 Zuschauer zu, dank Naturtribünen frontal zur Schanze, ein Stück hinter dem Hexenkessel.

Hofer und Tielmann von Architektur beeindruckt – COC in Shchuchinsk denkbar

Nicht nur die Springer und die sportbegeisterten Kasachen, auch zwei Verantwortliche des Internationalen Skiverbandes FIS zeigten sich von der Anlage angetan. Gegenüber berkutschi.com sagten Race Director Walter Hofer und COC Coordinator Horst Tielmann: "Hier ist eine imponierende neue Anlage entstanden mit allem was das Skispringen braucht. Jetzt freuen wir uns darauf, dass in Shchuchinsk voraussichtlich im kommenden Jahr auch internationale Wettkämpfe stattfinden."

Derzeit wird über die Vergabe eines Continental Cups mit zwei Wettkämpfen nachgedacht. Im Kalenderentwurf für den Winter 2018/19 stehen mit dem 30. und 31. Januar (Mittwoch und Donnerstag), sowie dem 2. und 3. März (Samstag und Sonntag) noch zwei unbesetzte Termine fest. Der erst genannte Termin läge zwischen den COCs in Planica (Samstag und Sonntag, 26./27. Januar) und Erzurum (Freitag und Samstag, 1./2. Februar); der zweite zwischen den COCs in Brotterode (Samstag und Sonntag 24./25. Februar) und Rena (Samstag und Sonntag, 9./10. März). Rein logistisch wären also beide Termine, sofern die Springer sowohl die Springen vorher als auch nachher bestreiten wollen, nicht ganz einfach zu organisieren. Sollte sich dieses Vorhaben nicht realisieren lassen, würde man für den Winter 2019/20 einen neuen Anlauf starten.



Schanzen:

KAZ Shchuchinsk
KAZ Almaty (Gorney Gigant)

Links:

Olympic Ski Center Shchuchinsk on mabetex.com (English)
Burabay Ski Jumps on the archtitects' office homepage (English and German)


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