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Das 38. Forum Nordicum in Klingenthal (Deutschland) - Alles Wissenswerte für den Olympia-Winter

am 13.11.2017

Die Springerinnen und Springer waren in ihren letzten Trainingscamps und der letzte Feinschliff am Material wurde gemacht. Geistig sind die Aktiven ohnehin im bevorstehenden Winter. Doch was gibt es wichtiges für die Beobachter, also für Fans und Journalisten zu wissen? Genau das erläutert unser Redakteur Luis Holuch in seinem zweiten Bericht vom 38. Forum Nordicum.

Luis auf Schanzen-Tournee

von Skisprungschanzen-Archiv-Autor und -Fotograf Luis Holuch

„Für uns ist der Sommer immer eine Art Testfeld, in dem wir neue Ideen auf ihre Umsetzbarkeit überprüfen“, berichtete FIS-Renndirektor Walter Hofer im Rahmen seines Vortrags. Und, wie nach jedem Sommer, wurden aufgeworfene Fragen, insbesondere nach dem Regelwerk, beantwortet. Die ganz großen Experimente mit Anzugschnitten und -Größen oder neuen Wettkampfformaten, die ganze Gesamtwertungen beeinflussen würden, wird es für den Olympia-Winter nicht geben. Zu einem Schritt hat sich die FIS jedoch entschlossen: die Qualifikation ist für sämtliche Athleten, wie schon im Sommer, verpflichtend. Nun haben also auch die besten zehn Springer der Gesamtwertung keinen Status des Vorqualifizierten mehr. Dieser Umstand hatte in den vergangenen Jahren insbesondere bei Medien und Fans für Diskussionen gesorgt, da die Qualifikation ihrer Meinung nach nicht vollwertig gewesen sei. „Es hat keinerlei Irritationen bei unserem Test im Sommer gegeben“, so Hofer zum Entscheidungsprozess.

Unmittelbar im Zusammenhang mit der Einführung der verpflichtenden Qualifikation wurde in Willingen ein neues Wettkampfformat geschaffen. „Willingen Five“ nennt sich dieses Event, das aus einer Qualifikation und zwei Einzelwettkämpfen besteht. Wer in der Qualifikation unter den besten 50 landet, der ist für beide Springen qualifiziert; wer ausscheidet, hat den Rest des Wochenendes frei. Am Ende des Wochenendes werden alle Ergebnisse der drei Wettkampftage zusammengezählt und ein Gesamtsieger ermittelt. Dieser erhält neben dem normalen Weltcup-Preisgeld ein zusätzliches Preisgeld von 25.000 Euro. „Zudem soll es auch eine anders gestaltete Startnummer für den jeweilig Führenden geben, ähnlich wie bei der Vierschanzentournee“, berichtete der Pressesprecher des Weltcup-OK Willingens Dieter Schütz. Somit gibt es neben der Tournee und RAWAir nun also ein drittes Event, wo die Qualifikation mit über den Gesamtsieg entscheiden wird.

Zum ersten Mal wird der Winter im polnischen Wisła eröffnet, und das noch eine Woche eher (17. bis 19. November) als bislang. Dank Schneedepot ist der Weltcup bereits gesichert, ebenso wie tolle Stimmung – sämtliche Tickets für das Wochenende sind bereits verkauft. „Sie wollten nicht länger als eine Art Vorprogramm unter der Woche für Zakopane fungieren und haben sich als Opener angeboten“, erklärte Walter Hofer. Zudem seien Baumaßnahmen, wie die neue Anlaufspur und ein zukünftiges Windnetz mit ausschlaggebend für diese Entscheidung gewesen. Neben Wisła hätten sich auch Nizhniy Tagil (ebenfalls ein Windnetz) und Titisee-Neustadt (Installation einer Flutlichtanlage) mit infrastrukturellen Projekten für diesen Weltcup-Winter empfohlen, so Hofer. Diese beiden Stationen werden unmittelbar nacheinander angesteuert, an den ersten beiden Dezember-Wochenenden.

Für die Skisprung-Damen gibt es neben der verpflichtenden Qualifikation drei Neuerungen. Das Eröffnungswochenende in Lillehammer besteht erstmalig aus drei Wettkämpfen, die zu der sogenannten Mini-Tour zusammengefasst werden. Die ersten beiden Wettkämpfe finden auf der Normalschanze (HS98) statt, der finale mit den besten 30 Athletinnen der Gesamtwertung dann auf der Großschanze (HS140). Ähnlich wie beim „Willingen Five“ werden die Einzelresultate (exklusive Qualifikation) zusammengezählt und eine Gesamtsiegerin gekürt. Diese erhält neben dem üblichen Preisgeld weitere 10.000 Euro. Eine waschechte Weltpremiere wird es zudem in Hinterzarten am 16. Dezember geben: den ersten Team-Wettkampf im Rahmen des Weltcups. „Die Entwicklung bei den Damen ist so weit, dass wir von mindestens acht Nationen ein Team von vier Springerinnen verlangen können“, sagte Walter Hofer über diesen Schritt. Zudem wird es ein zweites Teamspringen einen Monat später in Zao (Japan) geben. Die dritte Neuerung ist die Verlegung des Weltcup-Finals auf das gleiche Wochenende, an dem die Herren in Planica ebenfalls ihr Finale bestreiten. Austragungsort in diesem Winter wird dann Oberstdorf sein.

Im Gespräch ist zudem ein neues Analyse-Tool, das in Zusammenarbeit mit dem Datendienstleister-Partner der FIS Swiss-Timing in der Entwicklungsphase ist. Mittels eines 30 Gramm schweren Chips, der am Springer angebracht wird, sollen weitere Leistungsdaten von den Springern erhoben werden. Insbesondere der Absprungvorgang steht hierbei im Fokus. Beim Sommer Grand-Prix-Finale in Klingenthal wurden zu Testzwecken am Schanzentisch acht High Speed-Kameras platziert. Diese zeichneten Bilder auf, die zu handfestem Datenmaterial umgewandelt wurden. Daraus ließ sich ableiten, wie viel zu früh oder zu spät der Springer die Schanzentischkante verlassen und mit welcher Kraft er abgesprungen ist. Ähnlich wie die mittlerweile etablierte Laserlinie (ebenfalls ein Tool von Swiss Timing), kann die Analyse-Technik auf Wunsch durch Veranstalter bereitgestellt werden. Inwieweit und wann sie praktisch zum Einsatz kommen wird – insbesondere bei den TV-Stationen – ist noch unklar.

Nach seinem Vortrag stand Walter Hofer noch für weitere Fragen zur Verfügung. Wie von uns bereits berichtet, hat es in jüngster Zeit einige Veränderungen bei den Daten einiger Schanzen gegeben. Diesen Umstand klärte Hofer nun im Gespräch mit Luis Holuch auf: „Das war eine Idee von Miran Tepeš, der ja mit den Damen unterwegs ist. Und man stellt fest, dass die durch die höheren Anlaufgeschwindigkeiten eine andere Flugkurve als ihre männlichen Kollegen haben. Dadurch ist auch der Landedruck größer, gerade bei großen Weiten.“ Also musste eine Gegenmaßnahme her, um auch das Risiko von Verletzungen, die zunehmend auftraten, zu senken. Tepeš' Anregung bezog sich primär auf die Hillsizes. „Früher haben wir die anhand von 15 unterschiedlichen Parametern festgelegt, die sich im Laufe der Zeit herauskristallisiert haben. Bei manchen Schanzen stärker, bei manchen Schanzen eher weniger“, erklärte Hofer. „Nun haben wir fixiert: auf Normalschanzen machen wir die Hillsize bei 32 Grad Hangneigung, auf Großschanzen bei 31 Grad und bei Flugschanzen noch weiter unten, bei etwa 28 oder 27 Grad.“

Neben der Reduzierung des Landedrucks bringt es für die Jury vor Ort den Vorteil mit sich, dass sie auf größeren Schanzen seltener zusammentreten muss. „An sich sind die Mitglieder ja verpflichtet, zu beraten, wenn ein Springer 95 Prozent der Hillsize erreicht. Aber das passiert ja ständig, gerade auf den Flugschanzen. So gesehen nimmt diese Regeländerung der Jury auch – teilweise unnötige – Arbeit ab“, führt Walter Hofer aus. Belegt wird das durch die folgende Statistik: am ersten Weltcup-Wochenende auf der wiedereröffneten Heini-Klopfer-Skiflugschanze in Oberstdorf gab es allein neun Anlaufveränderungen. Durch die Erhöhung der Hillsize dieser Schanze von 225 auf 235 Meter dürfte die Zahl nun deutlich sinken. Walter Hofer macht die Veränderung jedoch nicht größer als sie de facto sein wird: „Wir müssen immer den Wettkampf durchbringen, für uns steht das im Vordergrund. Mit dieser Maßnahme und unserer Einstellung verhindern wir ja nicht die Diskussionen um die Weitenjagd bei Veranstaltern und Medien. Aber wenn mir jemand das Angebot macht, dass der Wettkampf vor der Hillsize entschieden wird, nehme ich das sofort an.“

Im Materialbereich ist es verhältnismäßig ruhig geblieben. Die einzigen nennenswerten Änderungen betreffen die Ski. Mit BWT, deren Ski im Werk von FISCHER hergestellt werden, ist ein gänzlich neuer Player in den Markt eingetreten. Das österreichische Unternehmen, das Marktführer im Bereich der Wasseraufbereitung ist, baut damit sein Sport-Sponsoring aus. Seit Anfang des Jahres ist BWT bereits Sponsor des Formel 1 Teams Force India, das durch seine knallpinken Fahrzeuge auffällt. An diesem Design sind auch die Sprungski angelegt. Zurück auf der Bühne der Ski-Marken ist zudem wieder fluege.de, die zuvor wegen eines laufenden Insolvenzverfahren eine Saison lang ausgesetzt hatten. Wie bereits zuvor (auch beim zwischenzeitlichen Nachfolger Verivox) werden die Ski in der S.K.I.-Fabrik (ehemals Germina) in Floh-Seligenthal hergestellt. Wie in den Fotos zu sehen, wurde die Optik des Ski im Vergleich zum Sommer nochmal leicht modifiziert und das Erscheinungsbild aufgehellt. Im Rahmen der Präsentation des Vergleichsportals gab es eine kurze Gesprächsrunde mit Thomas Diethart, Björn Kircheisen und dem aufstrebenden jungen Deutschen Felix Hoffmann, die allesamt mit fluege.de-Ski ausgestattet sind.



Links:

Der Vortrag von Walter Hofer beim Forum Nordicum
So funktioniert das "Willingen Five"
Homepage der S.K.I.-Skiproduktions-GmbH
Homepage of SwissTiming

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