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Geschichte der Schanzen von Harrachov

am 11.03.2014

Wenige Tage vor der Skiflug-WM in Harrachov werfen wir einen ausführlichen Blick auf die Geschichte der Skisprungschanzen des Ortes im Riesengebirge, wo bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts gesprungen wird.

Die ersten Schanzen am Sacherberg und Teufelsberg

Harrachov gilt als einer der ersten Skisprungplätze im Riesengebirge. Schon 1908 gründete sich hier der deutsche Wintersportverein Harrachsdorf-Neuwelt und im selben Jahr der erste tschechische Skiverein LTBK Novy Svet. Die Wettkämpfe fanden auf kleinen Schneeschanzen am Sacherberg statt.

Im Ersten Weltkrieg ruhte die Tätigkeit beider Vereine, aber 1919 errichtete der deutsche Wintersportverein auf Initiative zweier Hotelbesitzer am „Čerťák“ die sogenannte Teufelsberg-Schanze. Sie war zu jener Zeit die größte Schanze in der Tschechischen Republik und ermöglichte Sprünge bis 40 Meter.

Kongressschanze und Verbandsschanze in Ptačinec

Als 1922 beim FIS-Kongress in Prag der internationale Ski-Kongresswettbewerb – ab 1925 dann Weltmeisterschaft genannt – nach Harrachov vergeben wurde, musste eine neue, größere Schanze gebaut werden. In Zusammenarbeit beider Vereine entstand die “Kongress-Schanze” am Vogelsberg im Ortsteil Ptačinec, die am 10.12.1922 feierlich eröffnet wurde. Als Neuheit besaß die Schanze schon eine Telefonverbindung zwischen Start und Auslauf.

Beim Kongresswettbewerb 1923, wo die besten Athleten Europas teilnahmen, lag die Siegerweite vor 10.000 Zuschauern nur bei 34,5 m, so dass die Schanze sofort im Sommer umgebaut und mit einem Anlaufturm ausgerüstet wurde. Später erzielte Willi Dick bei den Tschechischen Meisterschaften 1927 den Schanzenrekord von 49 Metern.

1928 entschied man sich wiederum eine größere Schanze zu bauen, die etwa 200 Meter oberhalb davon als „Verbandsschanze“ im Jahr 1930 eingeweiht wurde. Die von Karel Jarolimek konstruierte Schanze war modern profiliert, galt aber als sehr windanfällig und so stürzte der Anlaufturm 1937 nach einem Sturm zusammen. Der Schanzenrekord hatte dort 69,5 m betragen.

In der Zeit dieser Schanzen zwischen den beiden Weltkriegen starteten bei den Wettkämpfen in Harrachov zahlreiche große Skispringer wie Willi Dick, Birger Ruud, Gustl Berauer, Sepp Bradl oder Hans Lahr. Bedeutendste Wettbewerbe waren dabei die Kongress-Pokalspringen, Meisterschaften der Tschechoslowakischen Republik und des Sudetengaues, die Teufelsberg-Läufe und Meisterschaften des HDW. Der „Hauptverband Deutscher Wintersportvereine in Böhmen und Mähren“ brachte seinerzeit stets gute Wintersportler hervor, doch im Laufe der Zeit wurde er zum Spielball der Politik und 1938 aufgelöst.

Das Schanzenzentrum am Teufelsberg nach dem 2. Weltkrieg

Nach dem 2. Weltkrieg konzentrierte sich nach der Vereinigung der beiden Harrachover Skivereine zum TJ Jiskra Harrachov alles auf den Teufelsberg „Čertova hora“ und 1952 wurden die Schanzen dort neu aufgebaut. 1955 wurde das Areal neu konzipiert, in dem die große Schanze zur K70 und die kleine Schanze zur K50 neu profiliert wurden. Dazu kam eine 30 Meter-Pionierschanze, welche ein Jahr später die erste tschechische Mattenschanze wurde.

In den 70er Jahren wurden diese Holzkonstruktionen baufällig und eine Erneuerung unumgänglich. Durch Stahlkonstruktionen und Neuprofilierungen wurden 1979 diese Umbauten beendet. Die neuen 90 m, 70 m und 40 m-Schanzen wurden feierlich eröffnet. Diese Schanzen sind bis heute profilmäßig ständig auf dem aktuellsten Stand gehalten worden – ein Verdienst des hiesigen Schanzenarchitekten Josef Slavik – und natürlich der entsprechenden Vorgaben der FIS. 1993 fanden die Junioren-Weltmeisterschaften in Harrachov auf der K90 statt und 1998 wurden auch auf der K90 Matten und eine Keramikspur montiert.

Die Nachwuchsschanzen in Kaml

Das kleine Schanzenareal für den Nachwuchs befindet sich im unteren Ortsteil Kaml. Die erste Kleinschanze entstand dort 1966 und wurde 1975 erweitert. Fast 40 Jahre wurden dort viele Sommer- und Winterwettbewerbe für Kinder und Schüler durchgeführt. Im Sommer 2006 riss jedoch ein Hochwasser die Brücke im Auslauf über den Bach weg und auch die Schanzen wurden beschädigt, aber schon im Herbst 2007 konnten die drei Mattenschanzen K26, K18 und K10 mit Edelstahlspur, neuer Bewässerung und Beleuchtung neu eingeweiht werden. Eine zusätzliche K5-Minischanze wurde außerdem 2010 ergänzt.

Die Flugschanze am Čerťák

Schon beim Neubau der Teufelsberg-Schanzen 1952 wurden erste Pläne zum Bau einer 100-Meter-Skiflugschanze gemacht. Es dauerte jedoch bis in die 70er Jahre, ehe der tschechoslowakische Skiverband das gemeinsame Projekt des tschechischen Ing. Belonoznik und des Schweizers Gasser zum Bau der Čerťák-Flugschanze beschloss. Nach Zustimmung der FIS entstand oberhalb der existierenden Teufelsberg-Schanzen bis 1979 die sechste Skiflugschanze der Welt und außerdem eine Großschanze.

Im März 1980 wurde der Riesenbakken zur Skiflugwoche eingeweiht. 1983 erlebte er die erste Skiflugweltmeisterschaft vor 60.000 Zuschauern. Doch in den Jahren danach kam die Flugschanze stark in die Kritik. Schwere Stürze häuften sich, der Luftstand der Springer beim Flug war mit bis zu 12 m zu hoch und so sperrte die FIS die Anlage. Es war eine grundlegende Erkenntnis im Schanzenbau und der einziehende V-Stil besiegelte die Profiländerung an fast allen Schanzen der Welt. Daraufhin rekonstruierte Belonoznik die Flugschanze von 1989 bis 1992 nach neuestem Stand, wobei der K-Punkt auf 185 m verändert und eine Windschutzwand installiert wurde. 1996 überflog Andreas Goldberger erstmals bei einem offiziellen Wettbewerb mit 204 m die magische Zweihundertmetermarke auf dieser Schanze.

Im Spätsommer 2009 wurde eine Flutlichtanlage installiert, um auf der Skiflug-WM-Schanze von 1983, 1992 und 2002 und der Großschanze auch weiterhin attraktive Wettbewerbe ausrichten zu können. In Vorbereitung der Skiflug-WM 2014 wurde die Infrastruktur an den Schanzen bereits 2012 deutlich verbessert und eine neue Zuschauertribüne errichtet. Seither wird das Schanzenareal mit Flug- und Großschanze "adidas arena" genannt.



Schanzen:

CZE Harrachov (Adidas Arena - Čerťák)
CZE Harrachov (Čertova hora)
CZE Harrachov (Areal Kaml)
CZE Harrachov (Ptačinec)

Links:

TJ Jiskra Harrachov
Harrachov 2014 - Ski Flying World Championships
Josef Slavík: Skokanské můstky v Krkonoších III - Harrachov

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