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Luis auf Schanzen-Tournee: Berchtesgaden

am 19.05.2013

Nun ist sie endlich da, die erste Folge der zweiten Staffel unserer Kolumne „Luis auf Schanzen-Tournee“! Ziel dieses Mal: Berchtesgaden mit den Kälbersteinschanzen.

Luis auf Schanzen-Tournee

von Skisprungschanzen-Archiv-Autor und -Fotograf Luis Holuch

Dies ist die erste Folge der zweiten Staffel von Luis Holuchs Kolumne „Luis auf Schanzen-Tournee“. Bis auf den Titel hat sich nicht viel geändert, außer natürlich, die Ziele, die der Skisprungschanzen-Archiv-Autor, -Fotograf, und -Kolumnist besucht hat. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen der Folge über die Schanzen im oberbayerischen Berchtesgaden und würden uns über Feedback freuen!

Berchtesgaden: Kälbersteinschanzen (K90, K62, K27.5, K18)

Hochsommer 2012: Meine allerletzten (offiziellen) Sommerferien als Schüler brechen an. Zum letzten Mal 6 Wochen am Stück frei und die möchte ich wieder aktiv gestalten, um Kraft zu tanken für das Abiturjahr. Das Abitur ist weit weg, als wir unseren Sommerurlaub starten. Es geht ins oberbayerische Berchtesgaden.

In dieser Ecke Deutschlands bin ich zuvor nie wirklich gewesen, nur mal durchgefahren auf dem Weg an die italienische Adriaküste. Nun also zwei Wochen Berchtesgaden – so hieß es. Doch als wir den äußersten Rand Berchtesgadens erreichten, standen immer noch 10 Kilometer auf der Anzeige des Navigationsgeräts.

Nachdem wir diese abgefahren sind, stellen wir fest, dass wir doch recht weit von Berchtesgaden selber geschweige denn von Zivilisation hausieren werden. Oberhalb von Oberau, direkt an der Rossfeld-Höhenringstraße, welche die höchste Mautstraße Deutschlands ist. Sehr schön gelegen, satte 500 Höhenmeter oberhalb des Ortskerns Berchtesgaden und (fast) mit Aussicht auf den (unglücklicherweise) sehr bekannten Obersalzberg. Insgeheim hoffe ich diesmal, so wenig Zeit wie möglich hier oben zu verbringen, schließlich gibt’s hier oben weder Handyempfang noch Internet.

An diesem, unserem Ankunftstag, packten wir lediglich unsere Koffer aus und gingen am Abend ins Bräuhaus zum Essen. Das war auch so ziemlich das einzige Mal, dass wir essen gingen, schließlich begannen rasch die Olympischen Sommerspiele in London und als sportbegeisterte Familie wollten wir uns die wichtigen Entscheidungen abends nicht entgehen lassen. Das Bräuhaus ist als Restaurant sehr zu empfehlen. Es ist urig eingerichtet, das Bier ist sehr schmackhaft und die Küche deftig.

Am Abend gehe ich noch einmal – manuell, ganz ohne Internet – meine Pläne für diese zwei Wochen durch. Auf meine Wunschliste habe ich die Schanzen von: Berchtesgaden, Ruhpolding, Reit im Winkl, Bischofshofen, Ramsau am Dachstein, Villach, Tarvisio und Planica. Letztere drei halte ich zu Beginn des Urlaubs für eher unrealistisch – von der Entfernung her.
Jetzt im Nachhinein kann ich sagen, dass alles (bis auf Reit im Winkl, aber was soll’s?!) geklappt hat – wunderbarerweise.

Der erste komplette Tag hier in Oberbayern steht ganz im Zeichen der Ortserkundung. Mit unserem Lexus fahren wir morgens um 10 Uhr in den Ort. Das Wetter ist recht schön und es ist auch nicht allzu kalt. Ohne Sonnenbrille kann man schlecht herumlaufen. Mit einigen kleinen Stadtplänen finden wir uns rasch zurecht.

Am Kongresshaus finden wir einen Parkplatz und gehen schräg gegenüber in die Haupteinkaufsstraße. Der Teil der Straße, auf dem wir uns bewegen mündet in einen zentralen, recht großen Platz. Um diesen haben sich eine Bank, zwei Restaurants, sowie eine Konditorei angesiedelt.

Letztere steuern wir an und genehmigen uns Kaffee und Kuchen, während wir die Stadtkarten studieren und uns zumindest visuell klarmachen, wo Ausflugsziele sind und wie viel wir für das Ansteuern einplanen müssen. Ich schaue natürlich primär nach der Skisprungschanze und finde diese rasch auf der Karte – gar nicht so weit von unserem Standort entfernt. Und der Kuchen, der gerade verspeist wird, sollte besser nicht die Möglichkeit bekommen sich irgendwo am Körper anzusetzen. Also schlage ich vor, weil’s nicht allzu weit aus der Richtung ist, zunächst das Schloss anzusehen und von dort aus Richtung Kälberstein weiterzugehen. Der Vorschlag wird einstimmig angenommen.

Nachdem wir gezahlt hatten, machten wir uns auf den Weg. Wir gingen an der Konditorei rechts vorbei in eine Gasse. Rechts und links reihte sich Geschäft an Geschäft. Egal ob Schuhe, Antiquitäten oder Souvenirs – jeder konnte fündig werden. Unter einem Bogen kommen wir auf den nächsten zentralen Platz, welcher direkt an einer Fernverkehrsstraße liegt. Besonders auffällig an diesem Platz sind eine riesige Eisdiele, der große Motorradparkplatz, sowie ein Trachtengeschäft, wo man Dirndl und Lederhosen erwerben konnte. Aber es war ja Sonntag und so blieb uns nur der Blick durch das Schaufenster. Schräg gegenüber befanden sich ein zweiter Torbogen, sowie mehrere Wegweiser.

Dahinter lag also das kleine Berchtesgadener Schloss. Wir passierten den Bogen und sahen diesen Bau vor uns. Führungen gab es keine und so sahen wir uns das Ganze nur von außen an. Direkt am Brunnen befand sich eine Gedenktafel an die Opfer des zweiten Weltkrieges mit einem großen Kranz.

Die nächsten Wegweiser tauchten auf und diesmal stand auch „Kälbersteinschanze“ drauf. Der Weg ging rechts den Berg hoch. Die Schanzen mussten also im Wald liegen. Zunächst mal hieß es Treppensteigen, bis wir in eine kleine Siedlung (u.a. auch mit Unterkünften) gelangten. Von hier aus hatte man wieder einen wunderbaren Blick auf die Gebirgslandschaft, vor allem auf den Jenner, dem Skiberg Berchtesgadens, direkt am Königssee gelegen.

Die Treppen, die wir stiegen, endeten in eine kleine, glatte Straße. Auf dieser gelangten wir wiederum zu einer ausgebauten zweispurigen Straße. Diese war der Zubringer zum Weg, der zu den Schanzen führten. Dieser war sehr deutlich durch ein DSV-Schild und einen Briefkasten gekennzeichnet. Wir waren nicht die einzigen, die diesen Weg bewandelten, ein Ehepaar mit Hund, sowie zwei Radfahrer waren vor uns. Zunächst stieg die Straße (gleichbedeutend mit dem Weg) stark an und flachte dann wieder etwas ab. Schon bald tauchte eine Lichtung auf – da mussten die Schanzen also sein.

Das Erste, was wir beim Heraustreten aus dem Wald sahen, waren Holzgeländer und ein Parkplatz. Ein Jeep stand dort. Schräg hinter diesem steht eine Informationstafel mit allen Basis-Infos zu den Schanzen. Auf diese steuerten wir zu und glichen die Daten mit denen auf unserer Webseite ab. „K 27,5 ist aber schon ein sehr tropische Größe“, schmunzelt mein Vater. „Ja, das hab ich auch noch nicht gesehen. Aber bei der Bauweise wundert mich das schon viel weniger“, flachse ich zurück.

Diese Schanze, die direkt hinter der Tafel steht, setzt sich nämlich aus drei Teilen zusammen: Dem Anlauf, dem künstlichen Hang, der an der Seite verglast ist und dem Auslauf, der wieder natur ist – wie aus einem Baukasten quasi. Das Areal bietet die Möglichkeit eines Rundganges, man kommt überall gut hin. Die drei größeren Schanzen stehen direkt nebeneinander, die Kleinste etwas abseits, weshalb wir uns erstmal den Größeren widmen.

Die K27,5 – versucht nicht, euch an den Namen zu gewöhnen – ist durch eine kleine Steintreppe erreichbar. Als ich oben stehe, fühle ich mich immer noch recht wohl und sage zu meinem Vater: „Wenn ich jetzt Ski unter den Füßen hätt’, würd’ ich runterfahren, keine Frage“. Er sagt trocken zurück: „Du kannst es ja machen, ich brauche meine Knochen noch.“ Aber da wir hier von theoretischen Szenarien ausgehen, hat das Ganze eh eine geringe Relevanz. Interessant bei dieser Schanze ist neben ihrer Bauweise die Anlaufspur, die aus Keramik besteht. Hier kann auch ohne Bewässerung gesprungen werden.

Mit Dauer der Besichtigung wird es immer wärmer und ich habe meinen Pulli ausgezogen, allerdings eine dunkelblaue Jeans an, in der sich die Wärme speichert – sehr unangenehm. Von unserem Standpunkt aus (Kopf der K27,5), nehme ich zum ersten Mal so richtig das Haus des DSV-Stützpunktes wahr, auf dem ein Konterfei von Michael Neumayer – einem Sohn der Gemeinde Berchtesgaden – und ein Schriftzug „Silbermedaillengewinner Olympia 2010“ prangt. Und wenn man Aushängeschilder hat, sollte man damit auch werben – gar keine Frage.

Wir machen uns auf zur doppelt so großen K62, die schon einen richtigen Anlaufturm aus Holz hat. Die Steintreppe mündet in eine Asphaltstraße, auf der es wesentlich angenehmer ist zum laufen. Die Konstruktion an sich ist recht mächtig, gerade wenn man bedenkt, dass es noch eine „Kinder“-Schanze ist. Darauf springen 12 - 14-jährige, die normal talentiert sind.

Bei solchen Türmen besteht für Touristen ja immer die Schwierigkeit, hinein zu kommen, da manche Anlagen verschlossen sind und nur für Trainingsgäste geöffnet werden. Hier haben wir Glück: denn, obwohl an der Tür ein Schild mit „bitte die Tür abschließen“ hängt, ist sie offen und wir betreten den Turm. Über uns taucht ein riesiges Treppenhaus mit gefühlt 400 Stufen auf. Wir haben die Stufen auch gezählt, aber meine Erinnerung lässt mich in Bezug auf die Zahl im Stich.

Oben angekommen sehen wir einen kleinen Lichtspalt, den die Sonne aus der Öffnung hervorruft. Und scheinbar scheint es hier keine Schanze zu geben, die keine Besonderheit hat. Denn hier sind die obersten Anlaufluken noch im Häuschen drin. Kleine Holzstufen mit Vorrichtungen, um den Balken dort hin zu legen. Alles ist sehr eng und lässt die Frage aufkommen, wie die Veranstalter dies bei Springen managen. Wir gehen aus dem Häuschen raus und ein paar Schritte den Anlauf hinunter.

Der Blick ist schon etwas beängstigender als eben und ich würde wohl zweimal überlegen, bevor ich mich hier hinunterstürze. Die Sonne, die mittlerweile die Wolken komplett verdrängt hat, macht den Blick aber wesentlich schöner. Zudem kommt jetzt noch leichter Wind auf, der das Ganze etwas abkühlt und sehr angenehm macht. Knapp 900 Meter über dem Meer befindet man sich hier und trotzdem hat es um die 20 Grad – ein Traumtag. Wir machen uns wieder auf den Weg nach unten und steigen die Treppen hinab.

Unten angekommen, geht es gleich wieder links (von unten gesehen rechts) den Berg hinauf zur Normalschanze. Von unserer Position kann man hervorragend die unterschiedlichen Verläufe der Anlauftürme beobachten (Steilheit, Neigung und Länge). Man sieht sofort, dass die K90 noch einmal ein ganz anderes Kaliber ist als die K62.

Das war leider auch alles, was man sehen konnte, schließlich war der Turm abgeschlossen und somit blieb uns nur der Blick vom Schanzentisch hinunter ins Tal. Zu Fuß ging es an den Steintreppen der K90 hinunter ins Tal, vorbei an Skidepots, Schneekanonen und der Wasserpumpe. Wir wollten nicht noch mehr laufen uns so kletterten wir über den Zaun am Auslauf und gingen über die Wiese. Auf der anderen Seite war sogar ein Tor, sodass wir nicht noch mal unsere Kletterkünste bemühen mussten. Zum Abschluss ging es noch zur K18, die eine sehr gewöhnliche Kleinschanze ist und rechts des Hauses steht.

Damit war also die erste Anlage für den Urlaub abgehakt. Wie in Oberstdorf haben wir gleich am ersten Tag etwas besichtigt. 13 weitere Tage lagen noch vor uns in Berchtesgaden.

Ich empfehle euch – das sei erlaubt – wieder, wie für Oberstdorf einige Ausflugziele. Es gibt jetzt also noch meine Top 10 (Reihenfolge beliebig) und dann hoffentlich recht bald die nächste Episode!

Euer
Luis Holuch


Meine Top 10 für die Region Berchtesgaden:

  1. Schaut euch den Obersalzberg an (am Besten in 2 Tagen, weil es ziemlich viel ist)!
  2. Schaut euch auch das Kehlsteinhaus an (Geschenk der NSDAP zu Adolf Hitlers 50. Geburtstag 1939)!
  3. Schaut euch das Salzbergwerk Berchtesgaden und die Saline in Bad Reichenhall an (dort kommt euer Speisesalz her)!
  4. Fahrt zum Königssee!
  5. Schaut euch die Bob- und Rodelbahn Königssee an!
  6. Schaut euch die Altstadt von Salzburg an!
  7. Fahrt (am Besten nach 20 Uhr, weil dann nicht mehr mautpflichtig) die Rossfeld-Panorama-Straße ab!
  8. Macht eine Wanderung hinauf zu den Kneiflerspitzen (wunderbares Panorama)!
  9. Fahrt mit der Seilbahn hinauf zum Jenner!
  10. Exklusiv: Sommerrodelbahn in Bad Dürrnberg (A)!



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