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Die Geschichte des Skifliegens

am 11.02.2008

Die Geschichte des Skifliegens – im wahrsten Sinne des Wortes: Neben dem uns allen bekannten Skifliegen auf übergroßen Skiflugschanzen gab es Anfang des 20. Jahrhunderts auch andere Versuche Skifahrern Flügel wachsen zu lassen

„Zweifellos ist es ein herrliches, ja berauschendes Gefühl, solange, weit und hoch in der Luft tief hinunter zu schweben, wahrlich mehr einem Vogel, denn einen Menschen gleich, sich gewissermaßen einen außermenschlichen Wesenszug anzueignen und adlergleich dahinzufliegen.“ Diese Worte stammen von Österreicher Sepp Bradl, der 1936 als erster Mensch in Planica über 100 Meter gesprungen ist. Im Grunde genommen begann damit die Ära des Skifliegens.

Doch für regelrechte Flüge gehören richtige Flügel und diesen Traum hatten zwei seiner Landsleute schon 1929. Zwei Wiener, der Flugzeugkonstrukteur Hans Bauer und der Ingenieur Josef Krupka – beide auch begeisterte Skiläufer – entwickelten ein Gerät zum Skifliegen. Es bestand aus einem am Körper angebrachtes Gurtsystem, wo in Brusthöhe zwei Tragflügel befestigt waren. Ähnlich wie beim Flugzeug konnte mit den Armen der Anstellwinkel dieser Tragflächen verändert werden.

Im Frühjahr 1930 fanden in 2700 m Höhe nahe der Kürsinger Hütte am Großvenediger die ersten Versuche statt und Krupka gelangen bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h mehrere weite Flüge. Bei Tempo 40 hob er vom Skihang ab und flog dann in ca. 8 m Höhe bis zu 150 Meter weit! Bei einem dieser Versuche stürzte er dann durch eine Windbö ab, verletzte sich glücklicherweise nicht, aber die Sperrholz-Flügel, welche eine Spannweite von rund 4 Meter hatten, wurden dabei völlig demoliert. Später versuchten sie es mit einem 8 Meter breiten „Nurflügel“, der sich aber als zu starr erwies.

In den dreißiger Jahren befasste sich der Münchner Skilehrer und Schanzenkonstrukteur Carl I. Luther auch mit der Theorie und Praxis des Skispringens. Er definierte übrigens als erster bei der Planung von Sprungschanzen den „Kritischen Punkt” und als Fachberater des DSV betreute er Baupläne vieler neuer Großsprung- schanzen in Deutschland. Bei der Diskussion über weite Skisprünge schlug er 1936 gemäß einer aus Norwegen stammenden Skizze vor, tragende Kleidungsflächen – eine Art Flughaut – zwischen den Armen und dem Körper zu benutzen, um eine Flugwirkung zu erzielen.

Der Wiener Prof. Hans Thirring wurde 1937 durch seine Versuche mit dem nach ihm benannten Segelmantel bekannt. Unabhängig von diesen Anregungen für das Skifliegen hatte Thirring seinen Mantel ursprünglich für den Abfahrtslauf geschaffen. Er veröffentlichte ein Buch mit dem Titel „Der Schwebelauf“, wo er die tragende Wirkung von weiten Kleidungsstücken für die Abfahrt und das Springen hervorhob. Im selben Zeitraum machte der Kärntner Skifachmann Dr. Martinak mit einer Segelfläche, die er zwischen den Skistöcken mit gestreckten Armen ausspannte, ebenfalls recht weite Sprünge.

Größere Weiten bei gleicher Anlaufgeschwindigkeit, optimale Flugkurven und eine weiche gedämpfte Landung waren bei jeder dieser Ideen der Grundgedanke. Außer der damaligen Entwicklung des Schanzenbaus für größere Weiten galten all diese Versuche der Leistungssteigerung durch den Springer und seinem Material. Historisch und flugtechnisch gesehen waren es aber wahrscheinlich eher die Vorreiter des heutigen Paragleitens, wenngleich z.B. die im Schritt besonders weiten Anzüge der österreichischen Skispringer vor einigen Jahren auch heute noch ähnliche Aspekte aufgreifen.

Quelle: Buch „Skispringer und ihre Schanzen” von A. H. Peyerl, Salzburg, 1949



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